Arbeiten dauern noch bis 2015

Gefährliches Nadelöhr: Schmale Fahrspuren auf der A7 bei Melsungen

Die Talbrücke Helterbach muss aufgrund ihres Zustands und steigender Verkehrsbelastung durch einen Neubau ersetzt werden: 75 000 Fahrzeuge passieren täglich das Tal.

Melsungen. Gefährlich und unzumutbar, so beschreibt Roland Ernst die Baustelle auf der Autobahn 7 zwischen Melsungen und Guxhagen. Drei sehr schmale Fahrstreifen in Fahrtrichtung Kassel und in Melsungen eine verkürzte Auffahrt: Unfälle seien so programmiert, sagt der Pendler aus Morschen.

Die verkürzte Auffahrt müsse noch mindestens bis zum Frühjahr bestehen bleiben, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen mobil, dem ehemaligen Amt- für Straßen- und Verkehrswesen aus Bad Arolsen. Rechtlich sei sie in Ordnung und es gebe sogar noch kürzere. „Wir arbeiten im Nahbereich, die Abstände zu den Arbeitern müssen eingehalten werden“, sagt Sinemus.

Eine Verlängerung der Auffahrt sei aktuell nicht möglich. Das bestätigt das Polizeipräsidium Nordhessen. Die Autobahnpolizei habe die Auffahrt abgenommen, sagt Sprecherin Sabine Knöll. Die Alternative wäre gewesen, die Auffahrt für die Dauer der Arbeiten zu sperren. Im Sinne der Verkehrsteilnehmer habe man aber die Auffahrt offen halten wollen.

Mit Hessen mobil seien aber noch weitere Gespräche geplant, die Situation werde ständig bewertet, erklärte Sabine Knöll abschließend.

Es gebe die Vorgabe, die Anzahl der Spuren, wenn möglich, zu erhalten, sagt Horst Sinemus. Er macht den Autofahrern aber Hoffnung: In der kommenden Woche werde man neu markieren und die Fahrstreifen etwas breiter machen.

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Die Spuren seien in der Tat schmal, sagt Sinemus. Hessen mobil bleibe weiter mit der Autobahnpolizei und der Autobahnmeisterei in Kontakt. Grundsätzlich sei es möglich, auch während des laufenden Baustellenbetriebs die Markierung zu ändern. „Vorerst bleibt es aber bei den drei Streifen“, sagt Sinemus. Der Grund für die umfangreichen Arbeiten ist der Neubau der Talbrücke Helterbach.

Der Zustand der Brücke und die ständig steigende Verkehrsbelastung machten den Neubau nötig, sagt Sinemus. Derzeit fahren täglich 75 000 Fahrzeuge über die Brücke bei Melgershausen.

Auf die Autofahrer kommt aber noch mehr zu:

• Für die Bauarbeiten müsse die Autobahn auf einen Fahrstreifen je Richtung reduziert werden. Dafür müsse der Standstreifen verbreitert werden, erklärt Sinemus. Dies geschehe derzeit und dauere bis April. Dann beginnt der Abriss der Brücke.

Mit dem Abschluss der Arbeiten wird erst im Jahr 2015 gerechnet.

• Die neue Talbrücke wird neben der bestehenden gebaut. Für die Zeit von April bis Dezember stehen in Richtung Norden nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. In diesem Zeitraum ist außerdem die Ausfahrt Melsungen Fahrtrichtung Süd gesperrt.

• Aber auch unter der Brücke kommt einiges auf die Autofahrer zu. Ab April ist die Landstraße zwischen Melgershausen und der Kreuzung in Richtung Gensungen gesperrt.

Die Kreisstraße zwischen Heßlar und Gensungen ist ebenfalls nicht befahrbar. Dieser Bereich ist wegen der Brückenarbeiten sogar bis 2015 gesperrt. Umleitungsstrecken werden rechtzeitig bekannt gegeben, heißt es von Hessen mobil.

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Quelle: HNA

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