Angeklagter erschien nicht zur Berufungsverhandlung

Gefängnisstrafe: Ohne Führerschein unterwegs

Marburg/Schwalm. Weil ein 51-jähriger Angeklagter zu seiner Verhandlung vor dem Marburger Landgericht nicht erschienen war, wurde sein Berufungsantrag verworfen.

Das Amtsgericht Schwalmstadt hatte den Mann im vergangenen Jahr wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der Berufungsantrag hatte sich auf die Bewährung beschränkt.

Der Mann war zur Tatzeit Freigänger und verbüßte gerade wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eine Haftstrafe in der JVA Kassel. Der 13-fach wegen unterschiedlichster Delikte vorbestrafte Mann war im März 2009 mit einem PKW auf der B 454 von Treysa nach Ziegenhain gefahren. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen hatte er das Fahrzeug am Straßenrand abgestellt. Einer vorbeikommenden Polizeistreife gegenüber hatte er behauptet, nicht er sondern eine ihm unbekannte Frau habe das Fahrzeug dorthin gefahren.

Bei der Feststellung seiner Personalien hatte der Mann keine gültige deutsche Fahrerlaubnis, sondern lediglich einen tschechischen Führerschein vorweisen können. Den hatte er allerdings zu einem Zeitpunkt erworben, als ihm in Deutschland die Fahrerlaubnis entzogen gewesen war.

Durch Zeugen, die den Mann vorher am Steuer gesehen hatten, war das Gericht in Schwalmstadt zweifelsfrei von der Schuld des 51-jährigen überzeugt gewesen.

Zeugen waren anwesend

Während der Verhandlung vor dem Marburger Landgericht stellte Richter Wolf Winter fest, dass der aus Lautertal stammende Mann mit Postzustellungsurkunde ordnungsgemäß geladen worden war. Alle geladenen Zeugen waren ebenfalls anwesend.

Der Verteidiger des Angeklagten hatte nach seinen Angaben ebenfalls versucht mit seinem Mandanten, allerdings ohne Erfolg, Kontakt aufzunehmen. Aus diesen Gründen folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verwarf die Berufung.

Quelle: HNA

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