JVA: Baustelle am Kornhaus lag mehr als zwei Jahre brach

Gefängnistür im Rohbauzustand – im November wird weiter gearbeitet

Ziegenhain. Der Eingangsbereich der Abteilung Kornhaus des Ziegenhainer Gefängnisses befindet sich seit mehreren Jahren im Rohbauzustand. Erst im November sollen die Arbeiten fortgesetzt werden.

Rostige Türen, und Dachlattenkonstruktionen - so präsentiert sich der Eingangsbereich der Abteilung Kornhaus des Ziegenhainer Gefängnisses seit mehr als zwei Jahren. Knapp drei Jahre nach Baubeginn ist die neue Pforte an der Landgraf-Philipp-Straße immer noch nicht fertiggestellt. Planungen hatten vorgesehen, dass Besucher, Bedienstete und Häftlinge ab Sommer 2010 durch das neue Gebäude in diesen Teil der Haftanstalt gelangen sollten. Das Justizministerium nannte nun den Grund für den mehrjährigen Baustopp: Erst Anfang 2012 ist die weitere Finanzierung bewilligt worden.

Nachdem mehr als 50 Jahre die alte Mauer um das Gebäude für Sicherheit gesorgt hatte, war 2009 mit dem Neubau eines dreiteiligen Mauerkomplexes um das Kornhaus begonnen worden. In der Vergangenheit waren im einstigen Fruchthaus des Festung unter anderem die Sicherungsverwahrten untergebracht gewesen. Derzeit beherbergt diese JVA-Abteilung überwiegend Gefangene, die älter als 55 Jahre sind, aber auch Häftlinge mit kürzeren Haftstrafen und Gefangenen, deren Haftbedingungen gelockert sind.

Veraltete Standards

Rostfraß: Diese Stahltür hat ihre besten Tage hinter sich.

An dem alten Mauerkomplex hatte der Zahn der Zeit genagt. Auch entsprach der Eingangsbereich nicht mehr modernen Sicherheitsstandards. Im Zuge des Bauarbeiten entstand ein neuer Mauerbereich von 155 Metern Länge und fünf Metern Höhe, an den sich in Richtung Straße ein Pfortenbereich inklusive Besucherräumen anschließt. Insgesamt eine Millionen Euro investiert das Land in den neuen Komplex.

In Wiesbaden geht man nun davon aus, dass die Arbeiten am Pfortengebäude samt Installationen und Innenausbau ab der zweiten Novemberhälfte fortgesetzt werden können. Im Juni habe es letzte Planungsbesprechungen gegeben, teilte Erik Geisler, stellvertretender Pressesprecher des Ministeriums, mit. Mit einer endgültigen Fertigstellung sei spätestens im Juni des kommenden Jahres zu rechnen.

Keine Gefahr

Rostfraß an einer Gefängnistür und ein Bauzaun, der das Pfortengebäude sichert? Es handele sich dabei um eine Baustelle im Rohbauzustand, heißt es dazu aus dem Justizministerium. Das berühre die Sicherheit des Gefängnis nicht, erklärte Geisler. Die sei auch im momentanen Bauzustand uneingeschränkt gewährleistet, betonte der Pressesprecher.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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