Brücke stürzte ein: Anwohnern fordern 30er-Zone, bis ein neuer Überweg entsteht

Gefahr für die Fußgänger

Eingestürzt: Julia Itzenhäuser (6) nutzte die Fußgängerbrücke täglich. Ortsvorsteher Gerald Knab (links) und Anwohner Thomas Prinz beklagen, dass es keinen sicheren Fußweg gibt. Das kleine Foto zeigt die eingestürzte Brücke. Fotos: Schittelkopp/privat

Asterode. Am Donnerstagmorgen war sie eingestürzt: Die Fußgängerbrücke über den Buchenbach im Asterode hatte ihren Dienst aufgegeben. Mitte Mai hatten die Anwohner der Stadt bereits gemeldet, dass das Bauwerk sich abgesenkt hatte. Seit dem war die Brücke gesperrt.

Ortsvorsteher Gerald Knab und Anwohner Thomas Prinz beklagen: Die Situation an dieser Stelle ist für Fußgänger zu gefährlich. Denn die noch bestehende Betonbrücke ist nur für den Verkehr der Bundesstraße gedacht und hat keinen Bürgersteig.

„Jeder zweite pfeift hier um die Kurve.“

Thomas Prinz

1976 war die Holzbrücke für Fußgänger errichtet und 1999 erneuert worden. Im Laufe der Jahre waren die Pfeiler abgefault. Die Brücke hatte keinen Halt mehr, die Ortsgemeinschaft baute die Reste ab. Die Asteröder vermuten, das Hochwasser habe die Brücke abstürzen lassen. Um weitere Schäden durch schwimmende Holzteile zu vermeiden, entfernten sie die Brücke.

Nun bereitet der Verkehr den Anwohnern Kopfzerbrechen: „Jeder zweite pfeift hier um die Kurve“, sagte Taxiunternehmer Thomas Prinz. Seine Töchter müssen täglich den Weg ins Oberdorf antreten, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Der Vater findet es zu gefährlich, dass sie dabei gerade an der Brücke hinter einer Kurve keinen Gehweg haben. Schon häufig beobachtete er, dass wenn sich zwei Fahrzeuge auf der Brücke treffen, kein Platz mehr für einen Fußgänger bleibt. Viele würden an dieser Stelle zu schnell fahren.

Doch nicht nur die Schulkinder nutzen rege die Überquerung über den Buchenbach, die Asteröder müssen auch auf die andere Seite des Gewässers, um zum Friedhof zu gelangen. „Für ältere Menschen mit dem Rollator ist es ebenfalls gefährlich“, ergänzte Prinz. Der Ortsvorsteher schrieb die Stadt an, um auf die Zustände hinzuweisen. „Es muss schnell eine neue Brücke her“, sagte Knab. Der Ortsvorsteher plädiert für eine verzinkte Metallbrücke, die sei am haltbarsten.

Verkehr verlangsamen

Thomas Prinz fordert, dass solange es keinen keinen Überweg über den Bach gibt, zumindest der Verkehr beruhigt wird. Eine 30er-Zone im Kurvenbereich wäre aus seiner Sicht eine Übergangslösung. „Soll ich nun jeden Tag meine Kinder zur Bushaltestellen fahren“, fragt sich der Vater, damit sie sicher ankämen. Friedhofsbesucher würden nach seinen Beobachtungen schon vermehrt auf das Auto zurückgreifen. Auch einen Umweg von 500 Metern über die Hoffeldbrücke hält er für wenig praktikabel: „Der Weg führt über die Felder, mit dem Rollator kommt dort keiner lang“, sagte Thomas Prinz.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Kommentare