Zeitumstellung und Heißhunger sind schuld

Gefahr auf der Straße: Zahl der Wildunfälle steigt

Wolfhager Land. Die Zahl der Wildunfälle steigt bundesweit. Nach der am Montag vorgelegten Statistik des Deutschen Jagdverbandes gab es 13 Prozent mehr Zusammenstöße mit Damwild. Ein Zunahme wurde auch bei Unfällen mit Rehen, Wildschweinen und Rotwild registriert.

Zwei Faktoren sorgen dafür, dass die Gefahr eines Wildunfalles in diesen Tagen noch einmal um ein vielfaches steigt.

In der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. „Das Wild kennt keine Uhr“, sagt Joachim Wadsack vom Jagdverband. Plötzlich falle der morgendliche Berufsverkehr in die aktive Zeit der Wildtiere, erklärt der Zierenberger. Laut ADAC Hessen-Thüringen steigt die Anzahl der Wildunfälle nach der Umstellung auf die Sommerzeit um etwa 20 Prozent.

Ein weiterer Grund ist der erhöhte Wildwechsel durch den Heißhunger der Tiere. „Pflanzenfresser wie das Reh sind nach dem milden Winter früher als in den vergangenen Jahren auf Futtersuche“, so Wadsack. „Rechts vor Links“ an den Straßen kennen sie nicht. Zudem werden jetzt junge, geschlechtsreife Rehböcke vertrieben. In der vermeintlich sicheren Dämmerung erkunden sie neue Reviere. Der April ist der Monat mit den meisten Wildunfällen. Auch in der Region. Wobei über das ganze Jahr gesehen vor allem 2012 das Jahr mit der größten Zunahme an Wildunfällen war, sagt Polizeipressesprecher Torsten Werner. Genaue Zahlen will die Polizei demnächst vorlegen.

Der Anstieg in den vergangenen Jahren sei nur die Spitze des Eisbergs. Er wäre ein Indikator für die zunehmende Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege, erklärt Wadsack. Dies führe zu einer Verinselung von Tierpopulationen. Der Jagdverband fordert die rasche Umsetzung des Bundesprogrammes „Wiedervernetzung“, mit dem Lebensräume durch Querungshilfen verbunden werden.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare