Liebestolle Rehe: Gefahr der Wildunfälle ist so hoch wie nie

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An vielen Straßen leuchten sie bereits: Auffällig blaue Reflektoren an den Leitpfosten. Sie sollen unter anderem Rehe, Wildschweine und Hirsche so abschrecken, dass sie nicht unvermittelt auf die Straße laufen.

Schwalm-Eder. Die Gefahr von Wildunfällen mit Rehen ist zurzeit auf den Straßen im Landkreis so hoch wie nie. Schuld daran sei die Brunftzeit des Rehwildes, teilt das Regierungspräsidium (RP) Kassel als oberste Jagdbehörde mit. Die Tiere folgten ihren Hormonen - quer über alle Gräben und Straßen hinweg.

Autofahrer sollten deshalb in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur nachts, sondern auch tagsüber besonders aufmerksam fahren, warnt das RP: Je heißer das Wetter, desto heftiger die Brunft, desto größer die Gefahr durch Wild, das die Straße quere.

Thomas Gläsel, Leiter der Führungsgruppe der Polizeidirektion Homberg, bestätigt die Gefahr, die zurzeit auf den Straßen in der Region besteht. Dabei könne er aber keinen besonderen Schwerpunkt benennen, denn: „Der ganze Schwalm-Eder-Kreis ist ein einziger Schwerpunkt in Sachen Wildunfälle.“

Dabei sei die Zahl der Unfälle im Landkreis relativ konstant: Zwischen Mai 2012 und Mai 2013 hatte sich ihre Zahl auf 454 belaufen, von da ab zählte die Polizeidirektion Homberg bis Ende Mai 2014 insgesamt 445 Unfälle in der Region. Das bedeutet nur einen minimalen Rücklauf.

Hessenweit fallen laut RP Kassel jährlich 15 000 Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer. Oft seien damit nicht nur hohe Sachschäden verbunden, sondern es würden auch Menschen verletzt oder getötet. Nicht zuletzt verende das verletzte Wild auch erst viel später qualvoll im Wald.

Die Zahl der Rehe sei in den vergangenen Jahren zudem sehr stark gestiegen, sagt Christian-Peter Foet, Leiter des Forstamtes Melsungen. Grund dafür seien die optimalen Lebensbedingungen, die die Tiere vorfänden: Der großflächige Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps und die milden Winter sorgten dafür, dass die Bestände hessenweit beständig weiter wüchsen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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