Riss in Pumpe

Gefahrgut-Einsatz: 20.000 Liter Salzlauge liefen bei Straßenmeisterei aus

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Gefahrgut-Einsatz: Salzlauge lief bei Straßenmeisterei Melsungen aus

Melsungen. Zu einem größeren Gefahrgut-Einsatz für die Feuerwehr kam es Mittwochabend auf dem Hof der Straßenmeisterei in Melsungen. Dort waren etwa 20.000 Liter Salzlauge ausgelaufen, die der Winterdienst zum Streuen benötigt.

Gegen 19.30 Uhr bemerkte ein Mitarbeiter, dass aus der Pumpe an den beiden großen Tanks, die jeweils etwa 50.000 Liter fassen, die Magnesium- Chlorid-Lauge auslief. Die Pumpe, die zur Befüllung der Streufahrzeuge dient und zum Unfallzeitpunkt nicht in Betrieb war, wies einen Riss auf. Durch diesen Riss ergoss sich die Lauge auf den Hof. Die Flüssigkeit wird in Winterdienstfahrzeugen dem Streusalz beigemischt.

Wie der Leiter der Straßenmeisterei Melsungen, Klaus-Bernd Eilhauer, sagte, haben seine Mitarbeiter richtig gehandelt: Nachdem sie das Leck bemerkt hatten, stellten sie sofort die gesamte Stromversorgung auf dem Gelände ab und alarmierten die Feuerwehr.

Anschließend stieg ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei auf den Turm oberhalb der beiden Tanks und trennte die Verbindung zwischen Tanks und defekter Pumpe. So wurde verhindert, dass die kompletten 70.000 Liter der Flüssigkeit, die sich noch in den Tanks der Feuchtsalzanlage befanden, ausliefen. Im Laufe des Mittwochs waren bereits 30.000 Liter der Lauge in die Winterdienstfahrzeuge getankt worden, deshalb waren nicht mehr die kompletten 100.000 Liter in den Tanks.

Nach Schätzungen von Eilhauer sind etwa 20.000 Liter der Flüssigkeit, die einen PH-Wert von 5 bis 6 hat, auf den Hof gelaufen. Von dort lief die Flüssigkeit in die Kanalisation. Die Feuerwehren aus Melsungen, Schwarzenberg, Röhrenfurth, das in Guxhagen stationierte Messfahrzeug und weitere Einsatzkräfte des Umwelt-Dienstes aus Homberg kamen mit insgesamt 56 Einsatzkräften zu der Unfallstelle in der Straße „Aufwurf“. Vorsorglich stand ein Rettungswagen an dem Unfallort in Bereitschaft. Auch die Polizei war im Einsatz.

Die Lauge besteht aus Steinsalz und Wasser und wird dem Streusalz beigemischt. Sie ist nicht umweltgefährdend, allerdings wirkt sie bei Berührung mit der Haut oder mit den Augen ätzend und hautreizend. Daher rüsteten sich die Feuerwehrleute mit leichten Chemiekalienschutzanzügen und Atemfiltern aus und kontrollierten den gesamten Bereich. 

Mit 5000 Litern Wasser aus dem Melsunger Tanklöschfahrzeug wurden die Lauge verdünnt und die Reste in die Abwasserleitung gespült. Messungen ergaben keine umweltgefährdenden Werte. 

Die zuständige Klärmeisterin für die Melsunger Kläranlage wurde von Einsatzleiter Stadtbrandinspektor Frank Ebert informiert. Sie fuhr sofort zur Kläranlage und kontrollierte die Werte der dort ankommenden Abwässer. Auch dort lagen bis gegen 21.30 Uhr keine erhöhten Werte vor.

Vermutlich haben auch die übrigen Abwässer, die auf dem Weg vom „Aufwurf“ durch die gesamte Stadt bis zur Kläranlage im Schwarzenberger Weg noch in die Kanalisation laufen, den Verdünnungseffekt weiter verstärkt, so dass vermutlich keine Schäden in der Kläranlage auftreten werden. 

Eilhauer schätzt den entstandenen Schaden an der Pumpe und dem ausgelaufenen Streumittel auf 5000 Euro. Als Ursache für den Riss in dem Pumpengehäuse vermutet er einen technischen Defekt.

Ab 21 Uhr konnten die Streufahrzeuge wieder mit Salz befüllt werden.

Quelle: HNA

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