Gegen Anmache im Job: B. Braun und Land Hessen geben Verpflichtung ab

Mitarbeiter-Wertschätzung mit Brief und Siegel: Von links die Bundesbeauftragte für Migration und Integration, Maria Böhmer, B. Braun-Personalleiter Jürgen Sauerwald, sowie Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn bei der Charta-Unterzeichnung in Wiesbaden. Foto:  nh

Melsungen. Gemeinsam mit dem Land Hessen und 14 weiteren Unternehmen hat sich die B. Braun Melsungen AG verpflichtet, für ihre Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld der Fairness und Wertschätzung zu schaffen. Bei einem Festakt in Wiesbaden haben die Partner ihren Beitritt zur „Charta der Vielfalt“ besiegelt.

„Als das Ministerium bei uns anfragte, haben wir uns gerne bereit erklärt, den Leitlinien der Charta zu folgen“ , sagte Personalleiter Jürgen Sauerwald, der die Urkunde mit unterzeichnete: „Zumal wir als werteorientiertes Unternehmen damit nur bestätigen, was wir schon lange tun.“

In dem Melsunger Weltkonzern arbeiten Menschen aus über 50 Nationen zusammen. „Diese Vielfalt ist für uns eine Bereicherung und wird entsprechend gefördert - durch internationale Teams, durch Mitarbeiter-Entsendungen ins Ausland beziehungsweise aus dem Ausland zu uns“, sagte Sauerwald.

Dass Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenarbeiten, kann in Unternehmen für Zündstoff sorgen - ebenso, wenn Kollegen behindert sind, einer wenig verbreiteten Religionsgemeinschaft angehören oder sich zu ihrer Homosexualität bekennen. Die in der Charta der Vielfalt verbundenen Unternehmen wollen besonders darauf achten, dass es vor solchen Hintergründen nicht zu Ausgrenzung und dummen Sprüchen kommt - nicht in erster Linie durch Sanktionen, sondern vor allem durch eine von Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur.

Um dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel entgegenzuwirken komme es darauf an, verstärkt die Potenziale von Frauen, älteren Beschäftigten und Menschen aus Zuwandererfamilien zu nutzen, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, bei dem Festakt in Wiesbaden: Migranten seien wertvolle Brückenbauer in den Unternehmen und im öffentlichen Dienst - etwa bei der Polizei, als Lehrer oder Erzieherinnen sowie in der Verwaltung.

Für das Land Hessen hat der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn den Beitritt vollzogen. Hahn (FDP) ist nicht nur Justiz-, sondern auch Integrationsminister. (asz)

Stichwort: Charta der Vielfalt

Bereits im Dezember 2006 hatten die Unternehmen Daimler-Benz, Deutsche Bank, Deutsche BP und Deutsche Telekom gemeinsam die „Charta der Vielfalt“ initiiert. Deutschlandweit sind inzwischen mehr als 900 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dieser Initiative beigetreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Schirmherrschaft übernommen. Neben B. Braun sind aus der Region unter anderem die Viessmann-Werke in Allendorf/Eder beigetreten.

Quelle: HNA

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