Gegen Massentierhaltung: Bürgerinitiative lädt zum Podiumsgespräch  ein

Massentierhaltung betrifft die ganze Region: Die Bürgerinitiative Chattengau lädt deswegen zu einem Podiumsgespräch ein, bei dem Experten aus verschiedenen Bereichen über die Auswirkungen der Massentierhaltung für Umwelt und Mensch berichten. Fotos: dpa/privat

Fritzlar/Gudensberg. Massentierhaltung ist ein Dauerthema. Nicht nur in Gudensberg, sondern in der ganzen Region.

Andreas Grede, Sprecher der Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung, sagt: "Deshalb wollen wir über das Thema aufklären und über die Entwicklung informieren, um sie rechtzeitig stoppen zu können."

Die BI Chattengau gegen Massentierhaltung lädt für Freitag, 7. Oktober, um 20 Uhr zu einem Podiumsgespräch ein. Experten aus verschiedenen Bereichen werden darüber berichten, wie sich Massentierhaltung auf Umwelt, Landschaft und die Gesundheit auswirken.

„Vieles wissen die Menschen noch gar nicht“, sagt Grede. Beispielweise landen 85 Prozent aller in Deutschland verkauften Antibiotika in der Massentierhaltung. Deswegen werden multiresistente Keime, sogenannte Krankenhauskeime, zu einem immer größeren Problem in der Humanmedizin, weil Menschen diese Rückstände der Medikamente zum Beispiel über das Hühnerfleisch aufnehme.

Experten berichten

Über Krankenhauskeime in der Massentierhaltung wird es auch im Podiumsgespräch gehen. Dr. Markus Schimmelpfennig, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts Kassel, wird erklären, welche Gefahren von Ställen ausgehen können.

Massentierhaltung betrifft nicht nur Tiere, sondern auch die Umwelt und Menschen. Ob und wie Emissionen der sogenannten „Intensivtierhaltung“ die Luft belasten, erläutert an dem Abend Prof. Dr. Lutz Katzschner. Er forscht an der Universität Kassel, unter anderem zur Umweltmeteorologie.

Uwe Behrens, Sprecher des Landesnetzwerks Niedersachsen „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, wird berichten, wie sich Landschaften und Regionen durch Massentierhaltung verändern. Besonders er habe viel zu erzählen, sagt Grede, da die Region Cloppenburg/Vechta, in der Behrens lebt, unmittelbar betroffen sei. Hier könne man bereits sehen, wohin das ungebremste Wachstum von Massentierhaltung führe.

Thema für Politik

Auch für die Politik ist Massentierhaltung ein Thema. Martin Häusling, Landwirtschaftsexperte und Betreiber eines Bio-Bauernhofs im Kellerwald, wird über die Entwicklung in der europäischen Politik, die die Landwirtschaft in Nordhessen beeinflusst, berichten. Häusling ist Mitglied des Europäischen Parlaments.

Im zweiten Teil des Abends haben Interessierte die Möglichkeit, den Experten weitere Fragen zu stellen. Der Abend wird von Grede moderiert. Der Eintritt ist frei.

Expertenrunde in Fritzlar mit dem Thema „Massentierhaltung: Nordhessen im Wandel“. Freitag, 7. Oktober, 20 Uhr. Im Haus der Eder in Fritzlar, Wabener Straße 7.

Quelle: HNA

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