Gegen Massentierhaltung

In Dörnberg leben Schweine artgerecht und dürfen spielen

Dörnberg. Das Schwein ist ein Hund. Denkt es jedenfalls. Dumbo begleitet Marlena Schmidt auf Schritt und Tritt.

Es macht gerne Suchspiele, lässt sich auf den Boden plumpsen, wenn er gestreichelt werden will und versteht sich prima mit dem Hofhund. Dumbo ist ein artgerecht gehaltenes Schwein und lebt auf dem Hof der Familie Schmidt in Dörnberg.

Sascha und Marlena Schmidt wollen mit ihrem Betrieb das Gegenmodell zur intensiven Landwirtschaft mit Massentierhaltung sein. Auf dem Hof leben Hühner, Rinder, Schafe, und seit kurzem auch Schweine in Offenställen mit großen Wiesenflächen. „Immer mehr Menschen möchten zwar Fleisch essen, wünschen sich aber, dass das Tier ein gutes Leben hatte und gesund ist“, erklärt Sascha Schmidt, der von seinen Eltern den Betrieb übernommen hat und seine Produkte in einem Hofladen anbietet.

Weniger krank

Relaxen im Offenstall: Schweine aus der Massentierhaltung kennen dagegen kein Stroh.

Durch die robuste Haltung der Tiere seien sie selten krank. „Wir verzichten auf Antibiotika und füttern kein Soja“, so Schmidt. Die Fütterung mit hofeigenem Getreide war gar nicht so einfach, als er die Ferkel kaufte. „Die Tiere kannten kein Stroh und waren die Fütterung aus der Breianlage gewohnt“. Auch seien sie sehr scheu gewesen. Dies legte sich rasch. Inzwischen räkelt sich die kleine Schweineherde am Tag im Offenstall im Stroh und geht morgens und abends auf die Wiese.

„Wir sind erstaunt, wie intelligent die Schweine sind. Als es jetzt so warm war, haben sie sich einen Sonnenbrand geholt.“ Seitdem würden sie den Tag im Stall verbringen. Dort hängt ein Beschäftigungsball von der Decke. Draußen haben die Tiere tiefe Löcher gebuddelt und suhlen sich gern im Schlamm. Ihr Lieblingsspiel: Schmidt versteckt Kartoffeln auf der Weide und die Schweine suchen sie.

Hausschlachtung in Istha

Irgendwann kommt der Tag, der den Schmidts nicht leicht fällt. „Ich musste lernen, dass wir Nutztiere halten und keine Haustiere“, sagt Marlena Schmidt. Die Tiere sind so zahm, dass sie dem Paar überall hin folgen, auch zum Schlachter. Wenn es an der Zeit ist, fährt Schmidt das Schwein zur Hausschlachtung nach Istha. „Es folgt mir bis zum Schluss und hat keine Angst“, berichtet Schmidt, dem dabei oft ein Kloß im Hals sitzt. Ob das Lieblingsschwein Dumbo diesen Weg gehen wird, wissen die Schmidts noch nicht. Vielleicht bekommt er auch das Gnadenbrot, so wie die beiden alten Rinder von Schmidts Vater. 

Kontakt: 

Familie Schmidt, 

Breiter Weg 34, 34317 Dörnberg,

Tel.: 0 15 77/1 79 00 5

Quelle: HNA

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