Projektgruppe erwandert den Friedenspädagogischen Lehrpfad in Bad Emstal

Weg gegen das Vergessen

Begehbare Geschichte: Gemeinsam erwanderte die durch Beschluss der Gemeindevertretung gegründete Projektgruppe den Friedenspädagogischen Lehrpfad: Bürgermeister Ralf Pfeiffer, Oberst a. D. Jürgen Damm, Hartwin Neumann, Hermann Beller, Wolfgang Engelmeyer (oben von links), Irmgard Raschka-Halberstadt und Andrea Andrè. Foto: zih

Bad Emstal. Der Weg der Geschichte führt durch Bad Emstal. Auf einem Friedenspädagogischen Lehrpfad wird die Vergangenheit im wahrsten Sinne begehbar.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer, Irmgard Raschka-Halberstadt und Andrea Andrè (Vitos Kurhessen), Hartwin Neumann (Heimat- und Geschichtsverein), Wolfgang Engelmeyer (Leiter der Christine-Brückner-Schule), Wanderwegewart Hermann Beller sowie Oberst a. D. Jürgen Damm, stellvertretender Landesvorsitzender im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Initiator der Einrichtung, machten sich jetzt gemeinsam auf den elf Kilometer langen Weg und sorgten für den letzten Feinschliff.

In der Bad Emstaler Gemeindevertretersitzung am 15. Dezember vergangenen Jahres wurde mehrheitlich die Erstellung dieses Friedenspädagogischen Lehrpfades beschlossen (wir berichteten). Der Pfad wird dauerhaft von der Gemeinde unterhalten. Inhalt des Beschlusses war auch die Gründung einer Projektgruppe. Sie sollte die Erstellung eines wissenschaftlichen Konzeptes koordinieren.

Anerkennung als Eco-Pfad

Diese Gruppe war es auch, die sich jetzt auf den Weg begab. „Damit“, so Bürgermeister Ralf Pfeiffer, „ist bis auf eine Ausnahme der Friedenspädagogische Lehrpfad als Weg gegen das Vergessen in trockene Tücher gewickelt.“ Die Ausnahme: die von der Gemeinde bereits beantragte aber noch nicht entschiedene Anerkennung als Eco-Pfad im Landkreis Kassel. Diese solle dazu anregen, sich mit der Geschichte der Region zu beschäftigen, Zeugen der Vergangenheit mit anderen Augen zu sehen und sie damit auch für die Zukunft zu bewahren. Der Bürgermeister: „Aber auch da sind wir von einer positiven Entscheidung überzeugt.“

Mit dem Friedenspädagogischen Lehrpfad auf überwiegend schon vorhandenen Wanderwegen soll unter dem Leitmotiv „Für Versöhnung - gegen das Vergessen“ auf mehreren Stationen die Geschichte vor allem aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges erlebbar gemacht werden. Beginnend an der Kriegsgräberstätte am Emser Berg, über das Kriegslazarett im früheren Landeskrankenhaus Merxhausen, dem Gräberfeld auf dem Merxhäuser Friedhof mit etwa 60 Ruhestätten für Displaced Persons bis hin zum Mahnmal für die in Riede von den Nationalsozialisten verfolgten und in Konzentrationslagern ermordeten jüdischen Mitbürgern.

10 000 Euro

Die Gesamtkosten des Pfades schätzen Damm und Pfeiffer auf 10 000 Euro. Sie werden überwiegend durch Fördermittel aus dem europäischen Leaderprogramm sowie durch Spenden finanziert. (zih)

Quelle: HNA

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