Fachanwalt soll sich Akteneinblick verschaffen

Gegen Windpark: Bürgerinitiative und Verein kämpfen zusammen

Gegen den Windpark: Die Mitglieder der Bürgerinitiative Michael Kurz, Alexander Stein, Heinz Möller, Regina Morgenstern, Gerd Ochs (Schöner Ausblick) und Gerald Morgenstern. Foto:  Schittelkopp

Schrecksbach/Immichenhain. Der Widerstand gegen den geplanten Windpark nimmt weiter Fahrt auf.

Nachdem sich die Bürgerinitiative aus Immichenhain und den Eggenhöfen mit dem Verein Schöner Ausblick aus Elbenrod zusammengeschlossen hat, soll nun der Rechtsweg gegen die Windräder beschritten werden.

Schöner Ausblick zählt 40 Mitglieder aus Hattendorf, Elbenrod, Alsfeld und nun auch aus der Schwalm sowie über 1000 Unterstützer. Der Verein macht sich seit längerer Zeit gegen verschiedene Windkraftvorhaben in dem Gebiet stark. „Wir haben uns gemeinsam neu aufgestellt, damit nicht jeder allein vor der eigenen Haustür kämpft“, sagt Pressesprecher Gerd Ochs aus Hattendorf.

Der Verein hat nun einen Fachanwalt aus Bochum beauftragt, sich Einsicht in die Akten rund um den geplanten Windpark im Immichenhainer Wald zu verschaffen. Findet der Rechtsanwalt Mängel in den Unterlagen, soll es vor Gericht gehen. Ochs vermutet, dass der Jurist Verschiedenes findet. So wurden aus seiner Sicht für den Bauantrag nicht alle Träger öffentlicher Belange gehört, deshalb kam es zu Verzögerungen im Baubeginn (wir berichteten). Die Kosten für den Anwalt zahlt Schöner Ausblick über Mitgliedsbeiträge und Spenden.

„Wir werden nicht nachlassen“, sagt Alexander Stein aus Immichenhain, Sprecher der Bürgerinitiative, die im Frühsommer erstmal öffentlich aufgetreten war. Die Initiative lehnt den Windpark zwischen Immichenhain und Schrecksbach ab. 320 Unterschriften sammelten sie gegen die Umsetzung. Das Vorhaben solle gegen den Willen der Anwohner durchgedrückt werden, die Bürgerinitiative sei als Querulant hingestellt worden.

Die Windkraftkritiker sind enttäuscht von den Lokalpolitikern. Die Bürgermeister aus Ottrau und Schrecksbach hätten die betroffenen Ortsteile über das Vorhaben nicht gut informiert. „Die Bürger werden für dumm verkauft“, sagt Heinz Möller, Bewohner der Eggenhöfe. Die Windräder sollen in direkter Nachbarschaft zu den Eggenhöfen gebaut werden. Auch die Gemeindevertretungen würden das Projekt nicht überblicken, obwohl sie darüber abstimmen müssen. „Wir wollen die Dinger nicht“, fügt Möller an.

Denn aus Sicht der Bürgerinitiative und ihrer Unterstützer überwiegen die Nachteile. Auf Mensch und Natur werde keine Rücksicht genommen. Die Lebensqualität sinke, die Preise der Immobilien fielen in den Keller, wenn die sechs geplanten Windräder kommen. Zudem sind weitere Flächen in der Diskussion wie die Dick und Kohlwald. Die Anwohner fürchten, von Windrädern umzingelt zu werden.

Auch zweifeln die Kritiker an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Stein errechnete, dass der Windpark erst nach 16 Jahren Gewinn abwerfe - ein Risiko für die Beteiligung der Gemeinden an den Windrädern. Auch die Bürgerbeteiligung über die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll schätzen die Kritiker als höchst riskant ein.

Von Claudia Schittelkopp

• Spendenkonto: Schöner Ausblick, VR-Bank Hessenland, IBAN: DE54 5309 3200 0001 3067 23.

www.ausblick-elbenrod.de

Quelle: HNA

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