In Fritzlar war geplante Gesetzesänderungen Thema

Modellflug: Heiße Diskussionen zum Saisonstart

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Der Jet ist startklar: Colibri-Vorsitzender Dieter Remde (mit Feuerlöscher) und Heinz-Christian Effelsberg (rechts) sorgten bei den Startvorbereitung des Düsenjäger-Modells für Aufmerksamkeit bei den Besuchern.

Züschen. Sonnenschein und nur leichte Windböen - beste Bedingungen für den Saisonstart des Fritzlarer Modellflugvereins Colibri am 1. Mai auf dem Gelände hoch über dem Stadtteil Züschen.

Heiß diskutiert wurde bei dieser Gelegenheit auch die geplante Verschärfung der gesetzlichen Regeln für Modellflieger. In erster Linie ging es beim Anfliegen aber um das Hobby mit den kleinen Fliegern.

Vom Segler über den Quattro-Copter bis hin zum Düsenjäger in Miniaturform war alles vertreten. Den hatte Heinz-Christian Effelsberg am Start. Es handelt sich um den Nachbau einer BAE Hawk mit einem Gesamtgewicht von fünfeinhalb Kilogramm.

Jet mit viel Schubkraft

Angetrieben wird die Maschine von einer Lambert-Colibri Turbine T 35, die mit extrem hohen Drehzahlen eine Schubkraft von 3,5 Kilogramm zustande bringt. Neben den Fritzlarer Modellfliegern waren auch Gäste von befreundeten Vereinen aus Baunatal, Hess. Lichtenau, Neustadt, Melsungen und Wolfhagen zum Fliegen und Erfahrungsaustausch gekommen.

Gesetzesänderung

Sie diskutierten über Pläne des Bundesverkehrsministeriums, wonach Modellfluggeräte nur noch bis zu einer maximalen Höhe von 100 Meter zugelassen sein sollen.

Das wäre für die Vereine fatal, sagte Colibri-Vorsitzender Dieter Remde. Der Modellflugsport in Deutschland stünde praktisch vor dem Aus. Doch soweit dürfe es nicht kommen. Der Deutsche Modellflugverband (DMFV) kämpfe seit Monaten für den Erhalt des Hobbys.

Hintergründe

• Der Modellflug gefährde die zivile Luftfahrt, werde vom Bundesverkehrsministerium behauptet. Das sei falsch, sagen die Modellflieger. Sie meinen, alle Gesetzesverletzungen müssten streng geahndet werden. Die Einführung einer gesetzlichen Flughöhenbegrenzung werde aber nicht verhindern, dass sich Modellflieger über das Recht hinwegsetzten.

• Eine generelle Flughöhenbegrenzung auf 100 Meter würde keinen Sicherheitsgewinn bedeuten, meinen die Modellflieger. Im Gegenteil: Wenn große Modelle höher fliegen, hätten die Piloten mehr Raum und Zeit, um beispielsweise auf unvorhergesehene Dinge zu reagieren.

• Die Modellflieger widersprechen auch der Behauptung, dass durch den Boom von Multikoptern neue gesetzliche Bestimmungen nötig seien. Die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen regelten bereits eindeutig, was beim Betrieb von Multikoptern zu beachten ist. Auch die Persönlichkeitsrechte seien durch gesetzliche Regelungen bereits ausreichend geschützt.

Initiative

Die Modellflieger haben eine Initiative Pro Modellflug (www.pro-modellflug.de) gestartet, erklärte Heinz-Christian Effelsberg. Die ausgefüllten Listen mit den Original-Unterschriften der Unterzeichner könnten per Post geschickt werden an: Deutscher Modellflieger Verband, Rochusstraße 104-106, 53123 Bonn-Duisdorf. 

Weitere Informationen finden Sie hier.  

Quelle: HNA

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