Interview: Irmgard Raschka-Halberstadt über Frauen in Führungspositionen

„Es geht auch ohne Quote“

Wolfhager Land. Es ist ein kontroverses Thema: Braucht Deutschland eine Frauenquote? Irmgard Raschka-Halberstadt, Geschäftsführerin der Vitos Kurhessen in Merxhausen, hat es auch ohne die Quote auf eine hohe Sprosse der Karriereleiter geschafft.

Frau Raschka-Halberstadt, War es schon immer Ihr Ziel, eine Führungsposition zu übernehmen?

Irmgard Raschka-Halberstadt: Das hat sich aus der beruflichen Entwicklung ergeben. Verantwortung zu übernehmen ist für mich selbstverständlich.

Und wie ist Ihre berufliche Entwicklung verlaufen?

Raschka-Halberstadt: Das Gesundheitswesen und Krankenhaus haben mich schon interessiert als ich jung war. Besonders das Spannungsfeld zwischen der Finanzierung und der optimalen Patientenversorgung. Nach meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften habe ich einen klassischen Weg im Gesundheitswesen eingeschlagen. Von der Assistenz der Geschäftsführung eines Krankenhauses zur Geschäftsführung.

Haben Sie den Eindruck, dass es in Ihrer Branche für die Karriere eine Rolle spielt, ob man ein Mann oder eine Frau ist?

Raschka-Halberstadt: Wie in anderen Unternehmensbereichen gibt es im Gesundheitswesen immer mehr weibliche Führungskräfte. Dies ist Ausdruck des Wandels der Ausbildung und der Lebensplanung von Frauen.

Wie empfinden Sie ihre Rolle als Geschäftsführerin?

Raschka-Halberstadt: Eine leitende Funktion in einem Unternehmen hat viele Facetten. In dieser Rolle kann sehr viel erreicht werden. Die Anforderungen sind entsprechend hoch.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen dann noch für Privates?

Raschka-Halberstadt: Mein Privatleben ist mir sehr wichtig, deshalb nehme ich mir dafür die nötige Zeit. Allerdings nicht immer in dem Umfang wie ich es mir wünschen würde.

Was halten Sie von einer Frauenquote für deutsche Firmen?

Raschka-Halberstadt: Aus meiner Sicht erschwert eine Quotenregelung potenziellen weiblichen Führungskräften das berufliche Fortkommen. Allein die Fähigkeiten sollten bei der Besetzung von Stellen entscheidend sein. Wünschenswert wäre, dass Frauen mutiger werden und sich auf Führungspositionen bewerben und Unternehmen mutiger werden, diese Positionen mit Frauen zu besetzen. Von neun Führungskräften der Vitos Kurhessen sind fünf weiblich. Es geht also auch ohne vorgegebene Quote.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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