Bildungsbörse an der Friedrich-Ebert-Schule lockte zahlreiche Unternehmen nach Homberg

So geht es im Berufsleben zu

Marco

Homberg. Das Interesse der Betriebe, sich auf der Bildungsmesse der Berufsschule in Homberg zu zeigen, ist gewachsen. „Die Nachfrage der Aussteller war größer als der Platz, den wir bieten konnten“, sagte Marco Pelz, Lehrer an der Homberger Friedrich-Ebert-Schule.

Pelz organisiert die Börse in der Berufsschule. Mehr als 50 Aussteller hatten einen Platz in den Räumen der Schule gefunden, einigen mussten die Verantwortlichen jedoch absagen.

Viele suchen Azubis

Manche Branchen im Handwerk suchen dringend nach Auszubildenden, sagte Pelz. Birgit Jäger von der Fleischerei Jäger in Homberg wollte junge Menschen vom Metzgerhandwerk überzeugen und präsentierte den Betrieb mit phantasievollen Aufschnittplatten. „Da gibt es kreative Arbeit – man kann sich vielseitig einbringen. Es lohnt sich, genau hinzuschauen“, erläuterte sie das Berufsbild.

Laut einer Studie wüssten 90 Prozent der Schüler in der 10. Klasse noch nicht, welchen Beruf sie ergreifen sollen, sagte Fachlehrer Elmar Mette. Bei vielen fehle schlicht die Vorstellung von den Berufen, weil sie in ihrer Freizeit zu wenig ausprobierten. Das gelte vor allem im Handwerk.

Mette bot bei der Börse einen Schweißkurs an. Damit wollte er Begeisterung wecken und jungen Menschen zeigen, wie viel Spaß diese Arbeit machen kann. Das konnten sie auch beim Löten und Malen, Schreiben und Frisurenstylen erfahren. Durch die vielen Workshops und Vorträge sollte die Messe nicht nur informativ, sondern auch bunt werden.

Genau hinschauen und sich konkrete Vorstellungen machen, das genau sei das Ziel der Bildungsbörse, meinte Organisator Marco Pelz. Viele Jugendliche wüssten nämlich überhaupt nicht welche spannende Berufe es gebe – die Bandbreite sei viel größer geworden.

Für Sebastian Böde, Laura Kögel und Chantale Vialon sieht das anders aus. Die Fachoberschüler haben mit der Verwaltung schon eine Richtung eingeschlagen und suchten Kontakte zu Firmen.

Beim Solartechnikhersteller SMA sprachen sie mit der Auszubildenden Julia Lohr über Bewerbungsunterlagen, Einstellungstest und Gehalt. Das bewies: Große Firmen haben immer noch eine gute Nachfrage an Auszubildenden.

„Die Nachfrage der Aussteller war größer als der Platz, den wir bieten konnten“

Marco Pelz, Lehrer

Am Stand von Mercedes in Kassel erzählte Michael Götte, dass nach wie vor 1000 Bewerbungen jährlich eingingen, vergeben würden aber nur 48 Ausbildungsplätze. Das Unternehmen suche bevorzugt qualifizierte Bewerber.

Einige Schüler brachten sogar ihre Eltern mit, berichtete Eugen Baßmann von einem Personaldienstleister, der Eignungstests und Bewerbungstrainings anbot. Das sei sehr gut, findet Pelz, aber eher die Ausnahme. Neben den Informationen zu den Berufen informierten sich viele auch über die schulischen Möglichkeiten für ihre Zukunft.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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