Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine große Herausforderung

Es geht nicht ohne Frauen

Spagat zwischen Beruf und Kinderbetreuung: Vor allem für Alleinerziehende ist es schwer, beides unter einen Hut zu bekommen. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Annähernd die Hälfte aller Beschäftigten im Landkreis sind Frauen. Dennoch mahnt Kreisfrauenbeauftragte Trudi Michelsen vor allzu positivem Überschwang: „Nach wie vor sind Frauen nicht so gut in den Arbeitsmarkt integriert wie wir uns das wünschen.“

Problematisch sei für berufstätige Mütter, dass viele Arbeitgeber sich flexible Arbeitszeiten wünschen, die oft nicht mit dem Familienleben zusammenpassen, sagt Hans-Gerhard Gatzweiler, Leiter der Arbeitsförderung Schwalm-Eder.

„Nach wie vor sind Frauen nicht so gut in den Arbeitsmarkt integriert, wie wir uns das wünschen.“

Trudi Michelsen, Frauenbeauftragte

Hilfreich für berufstätige Eltern könnten deshalb familienfreundliche Arbeitszeitmodelle sein. Darunter fallen beispielsweise Gleitzeit, Teilzeitmodelle und Tele-Arbeitsplätze, bei denen die Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten können. „Solche Modelle fehlen noch in unserer Region,“ sagt Michelsen. Bei Interesse könnten sich Betriebe aber jederzeit im Büro der Frauenbeauftragten beraten lassen.

Auch wenn die Kinderbetreuung im Landkreis mittlerweile gut aufgestellt ist, können viele Frauen Beruf und Familie nur mit einer Teilzeitstelle vereinbaren. „Wir sind aber im Bereich der Kinderbetreuung noch lange nicht am Ende, da wird noch einiges passieren“, sagt Michelsen.

Derzeit werde vor allem an neuen Modellen gearbeitet, damit Frauen die Pflege von betreuungsbedürftigen Angehörigen mit einer Berufstätigkeit besser vereinbaren können „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt eine große Herausforderung.“ Positiv sei, dass Frauen die im Handwerk arbeiten, oft von guten Absprachen bei den Arbeitszeiten berichten, sagt Michelsen. Auch Gatzweiler sieht bei Betrieben in der Region eine größere Kompromissbereitschaft bei den Arbeitszeiten: „Wegen des Fachkräftemangels werden gut ausgebildete Frauen gebraucht.“

Von Diana Rissmann

Quelle: HNA

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