"Es geht ums Überleben": Norbert Müller zur Situation der Wolfhager Klinik

+
Norbert Müller

Es läuft derzeit alles andere als rund in der Wolfhager Klinik: Anfang Februar wurde die Geburtshilfe geschlossen, jetzt folgte die Kündigung des Chefarztes der Inneren, Dr. Norbert Krauss. Ein absehbarer Abgang, der die Klinik weiter in den Schlagzeilen hält, sagt HNA-Redakteur Norbert Müller. Ein Kommentar.

Es liegt noch gar nicht so lange zurück, da strotzte das Wolfhager Krankenhaus vor Gesundheit: Die Schlüsselpositionen im Haus bestens besetzt, die Klinik bei den Patienten wegen der kompetenten Versorgung, der familiären Atmosphäre und des Komforts beliebt. Eine profitable Klinik.

Vor vier Jahren begann das Siechtum. Schleichend. Der langjährige Chefarzt ging in den Ruhestand, das Management suchte lange und entschied sich für eine externe Lösung. Eine Fehlentscheidung, wie nicht erst jetzt, keine drei Jahre nach seiner Verpflichtung, durch die Kündigung des Mediziners deutlich wird. Auf der Station rumorte es von Anfang an. Die Klinik, sie litt und leidet weiter.

Die Gynäkologie/Geburtshilfe als eigenständige Station wurde geschlossen und mit Chirurgie, HNO und Urologie zusammengewürfelt. Kein Jahr später folgte jetzt das Aus der Geburtshilfe. Die Wirtschaftlichkeit, nicht das Wohl des Patienten, so scheint es, bestimmt den Kurs der Entscheider, die bewusst oder unbewusst – da gehen die Meinungen auseinander – das Überleben der Klinik aufs Spiel setzen.

Email an den Autor: nom@hna.de

Quelle: HNA

Kommentare