Wie geht’s? So mittelmäßig!

Wabern: keine Kredite, aber trotzdem Sorgen um die Zukunft

Wabern. Wäre die Gemeinde Wabern ein Mensch, würde dieser auf die Frage „Wie geht’s?“ lieber nicht mit „Gut“ antworten. Nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, Wabern sei reich. So war es auch in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstag, in der Bürgermeister Günter Jung den Nachtragshaushalt einbrachte.

Der fällt – vor allem durch geringer Gewerbesteuereinnahmen – etwas schlechter aus als der ursprünglich geplante Haushalt, das alles sei aber „eher unspektakulär“, wie Jung erklärte. Das Minus im Finanzhaushalt kann bequem aus der Rücklage entnommen werden, Kredite nimmt die Gemeinde nicht auf.

Mehreinnahmen gab es in einigen Bereichen, so etwa bei den Parkgebühren um den Bahnhof. 30.000 Euro werden dort einkommen, gerechnet worden war mit 15.000 Euro. Die Gebühren deckten gemeinsam mit den Mietteinnahmen einen großen Teil der Abschreibung für den Bahnhof, sagte Jung.

Der Bürgermeister schlug vor, einiges in Wabern auf den Prüfstand zu stellen, unter anderem die Förderung für Regenwassernutzungsanlagen. Auch der Zuschuss für Familien mit Kindern zum Kauf eines Grundstückes oder Hauses in Wabern (500 Euro pro Kind) hält Jung nicht mehr für sinnvoll.

Jung kritisierte das Missverhältnis zwischen Schlüsselzuweisungen, die Wabern erhält, und Kreis- und Schulumlage. Für Wabern bedeute das immer ein Minus, für ärmere Gemeinden sei es umgekehrt, was ungerecht sei. Es drohe die Gefahr, dass der Haushalt bald nicht mehr ausgeglichen werden könne.

Denn so richtig gut gehe es der Gemeinde ja, wie gesagt, nicht: „Wabern verfügt allenfalls über eine mittelmäßige Finanzstruktur.“ (ode)

Quelle: HNA

Kommentare