Spannende Akkordeonmusik und ein Wilde-Theaterstück bei den Klappstuhlabenden

Ein Geist mit Berufsehre

Hilfe mit Gruselfaktor: Um dem Gespenst zu helfen, seine Ruhe zu finden, muss sich die junge Virginia Otis (Felicia Malek) schaurigen Figuren (Aaron Wandelt und Andreas Paetsch) stellen. Fotos:  Eberlein

Fritzlar. Für ein volles Haus – oder besser gesagt: für einen vollen Hof – sorgten die beiden Klappstuhlabende mit Theater und Musik vor der Kulturscheune Fritzlar. Das Publikum ließ sich weder vom Regen noch von den kühlen Temperaturen davon abhalten, die Aufführung von Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ zu sehen.

Doch bevor die jungen Schauspieler der Theatergruppe „Treppe“ auf die Bühne gingen, war Wolf Kerner mit seinem Akkordeon zu hören. Kerner bot einen umfangreichen Eindruck seines breit gefächerten Repertoires.

Miss Marples Musik

Neben den Titelmelodien der Miss-Marple-Filme und von „Mission Impossible“ vertonte Kerner mit seiner „Quetsche“ unter anderem Gedichte von Paul Fleming und spielte mehrere Eigenkompositionen.

Der fulminante Auftakt sorgte unter den Zuschauern für ausgezeichnete Stimmung, und dabei blieb es auch im zweiten Teil des Programm.

Unter der Regie von Ulrike Wandelt entführten die acht Schauspieler die Besucher in das Schloss von Canterville, wo seit Jahrhunderten ein schauriges Gespenst sein Unwesen treibt. Was einst geschah und weshalb der Geist keine Ruhe findet, zeigte ein kurzer Schwarz-Weiß-Stummfilm, musikalisch begleitet von Pianistin Friederike Holzer.

Mit Blitz und Donner ging es zurück in die Gegenwart, in der das Schloss von seinem englischen Eigentümer an die amerikanische Familie Otis verkauft wurde. Mit viel Humor und Gelassenheit begegneten die neuen Schlossherren dem Gespenst, dass seine Berufsehre verletzt sah, weil es niemand als gruselig und schrecklich wahrzunehmen schien. Schließlich fand es in der jungen Virginia Otis endlich das Mädchen, das ihm helfen konnte, ewige Ruhe zu finden.

Das Publikum in Fritzlar war angetan von der Darbietung. Die gut platzierten Gags und die theatralischen Leistungen der Schauspieler machten den Abend zu einem wahren Genuss im wunderbaren Ambiente des Innenhofes der Kulturscheune. Internet: www.kulturscheune-fritzlar.de

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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