Ab August 2012 soll es ein Betreuungsangebot für unter Dreijährige geben – Raumgestaltung bleibt Thema

Wo gekrabbelt wird, ist unklar

Für die Jüngsten: Für die Betreuung von unter Dreijährigen müssen die hessischen Städte und Gemeinden Platz schaffen. In Schrecksbach wird noch über die Baupläne dafür verhandelt. Archivfoto: nh

Röllshausen. Soviel ist klar: Auch in Schrecksbach soll und muss es in Zukunft ein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren geben. Was der Gesetzgeber fordert, soll in der Gemeinde ab 1. August 2012 Realität sein. Darauf verständigte sich die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung im Gemeindesaal Röllshausen mit breiter Zustimmung mit zehn Ja-Stimmen bei drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.

Kalkuliert sind dafür Kosten von 234 000 Euro, doch abzüglich einer üppigen Förderung muss die Gemeinde nur für 12 800 Euro aufkommen. Dafür hatte sich das Parlament entschieden, um die Anmeldefrist für das Projekt zum 1. Juni nicht verstreichen zu lassen.

Heftig debattiert wurde jedoch über die Pläne für den Krabbelgruppenraum, der als Anbau an den Kindergarten Schrecksbach vorgesehen ist. Zusätzlich, so hatte es der Architekt konzipiert, soll ein bestehender Gruppenraum zu einem Lese- und Ruheraum umgewidmet werden, ein anderer Gruppenraum für eine altersübergreifende Gruppe umgestaltet werden. Und: Geplant war auch der Bau einer sogenannten Aktivbühne direkt neben dem Spielplatz des Kindergartens, die für Auftritte des Männergesangvereins gedacht war.

Pläne sind nur vorläufig

Genau diese soll nun aus der Planung gestrichen werden – einem entsprechenden Antrag der CDU stimmte das Parlament mehrheitlich zu. Die derzeitigen Baupläne sollen als lediglich vorläufige Grundlage neu diskutiert werden.

„Dass ein zusätzlicher Raum nötig ist, sehe ich nicht ein“, sagte dazu UWG-Sprecher Andreas Frisch. Von der Größe her sei die Planung überzogen, die Notwendigkeit eines Leseraumes zum Beispiel fraglich. Die Zahl der Kinder werde spürbar zurückgehen. Frisch: „In 20 Jahren haben wir nur eine Krabbel- und eine Kindergartengruppe.“ Thomas Zulauf (SPD) sprach sich für die Planung aus. Dass im Vergleich dazu statt eines Neubaus für den Kindergarten Röllshausen eine frühere Kneipe umgebaut wurde, würde man noch heute merken. Heinrich Maus (CDU) merkte an, dass es zuerst darum gehe, das Fördergeld zu beantragen.

Bauchschmerzen machen den Schrecksbacher Parlamentariern auch die Kosten für die Betreuung. Kalkuliert wird mit zwei bis drei zusätzlichen Erzieherinnen. Die Kosten für den Bau seien nicht das Problem, sagte Holger Dirlam (SPD), erhöhte Gebühren für die neuen Personalkosten seien aber nicht machbar, „das geht einfach nicht mehr“.

Dennoch: Dass wegen der neuen Krabbelgruppe bald auch höhere Kindergarten-Gebühren Thema sind, war übereinstimmende Meinung im Parlament. ZAHLEN.

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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