Stärkung des ländlichen Raums

Geld von der EU: Schwalm-Aue blüht auf

Fritzlar-Homberg. Die Schwalm verbindet sechs Kommunen im Landreis, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. In den vergangenen sieben Jahren sind Wabern, Borken, Neuental, Schwalmstadt, Willingshausen und Schrecksbach jedoch enger zusammengewachsen.

Das EU-Förderprogramm Leder hat dazu beigetragen, dass die Region aufgeblüht ist. Ziel ist die Entwicklung im ländlichen Raum. Es sei bereits viel erreicht worden, sagt Bernd Heßler. Der Borkener Bürgermeister ist Vorsitzender des Vereins Regionalentwicklung Schwalm-Aue. Heßler: „Eine tolle Teamarbeit hat sich entwickelt.“

59 Initiativen seien seit 2007 unterstützt worden, berichtet Sonja Pauly, die Regionalmanagerin. Mit Zuschüssen von 1,7 Millionen Euro wurden Investitionen von 9,4 Millionen angeschoben, 44 Arbeitsplätze entstanden.

Sonja Pauly

Mit dem Geld wurde beispielsweise das genossenschaftlich geführte „Lädchen für alles“ in Kleinenglis gefördert, ebenso die Tagespflege „Lebensraum“ in Borken sowie das Café mit Weinstube „Taberna La Copa“ im ehemaligen Stadtarchiv am Paradeplatz in Ziegenhain. Unterstützung gab es für Kultur- und Touristik-Initiativen wie das Dorfmuseum Holzburg, die Kunstblumenfabrik Lumpe in Trutzhain, das Ferienhaus Zimmermann in Willingshausen und der Ferienhof Morgenstern in Schrecksbach.

Für die sechs Kommunen ist eine kostenlose Energieberatung aufgebaut worden, mit Sprechzeiten in den jeweiligen Verwaltungen. Dabei erhalten Hausbesitzer erste Hinweise, wie sie Energie sparen können. Das ersetze jedoch keine weitere Beratung durch Planer oder Handwerker. Gefördert wurden auch Biogasanlagen.

Förder-Beispiele: Frühkindliche Angebote bei „Klein und Groß“ in Wabern (kleines Bild) sowie die Weberei Egelkraut in Trutzhain (großes Foto), wo die alte Manufaktur noch erhalten ist. Foto: privat

Der Verein Regionalentwicklung Schwalm-Aue beteiligt sich am Ausbau des Schwalm-Radweges, der von elf Gemeinden erschlossen wird. Teilabschnitte sind bereits fertiggestellt, weitere sollen noch ausgebaut werden. Kosten: 1,5 Millionen Euro. Aus dem Leader-Programm werden 20 Rastplätze mitfinanziert, die es geben soll.

Eine neue Förderperiode beginnt 2014, und alle bisherigen Leader-Regionen müssen sich erneut bewerben. In Schlierbach fand dazu kürzlich eine Bilanz- und Strategiekonferenz statt. Alle sechs Kommunen wären auch künftig gerne wieder dabei. Über die Vergabe des EU-Geldes entscheidet das Land. „Wir haben aus dem Wirtschaftsministerium viel Lob für die bisherige Arbeit erhalten und sind daher optimistisch“, sagte Heßler. Im Landkreis gebe es weitere vier Förderregion, die aber nicht in Konkurrenz zueinander stünden.

Nun soll ein Konzept für die neue Förderperiode erarbeitet werden. Dafür können Bewerbungen eingereicht werden. „Wir wollen die Region zukunftsfähig machen und möglichst viele ins Boot holen“, sagt Sonja Pauly. Eine Broschüre, die bei den Gemeinden erhältlich ist, zeigt, was bisher erreicht worden ist.

Kontakt: Sonja Pauly, Tel. 05682/808161, regionalentwicklung@schwalm-aue.de

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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