Kirchenkreis will nicht mehr alle Gemeindehäuser finanziell unterstützen

Wird gut genutzt, soll aber nicht mehr bezuschusst werden: das Gemeindehaus in Schwarzenberg. Foto: Schäfer-Marg

Melsungen. Auch der evangelische Kirchenkreis Melsungen muss auf den Rückgang der Bevölkerungszahl und der Gemeindeglieder reagieren. Ein Mittel dazu sorgte bei der Frühjahrssynode am Samstag in Melsungen für Unruhe.

Für Erhalt und Betrieb einiger Gemeindehäuser soll es ab 2013 keine Zuschüsse des Kirchenkreises mehr geben.

Betroffen sind davon nach Plänen des erweiterten Kirchenkreisbauausschusses die Gemeindehäuser in Grebenau, Wichte, Obermelsungen, Melsungen Fliederweg und Schwarzenberg. Präses Ruthild von Dörnberg hatte schon zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes erklärt: „Absolute Gerechtigkeit ist im Fall von Einsparungen selten möglich.“ Dekan Rudolf Schulze mahnte, die Entwicklung nicht zu dramatisieren: „Wir wissen seit Jahren, dass wir zu viele Gebäude haben.“ Der Ausschuss habe nun mit viel Sachverstand einen moderaten Vorschlag unterbreitet.

Es gehe nun nicht primär darum, die genannten Gemeindehäuser zu schließen. Die Kirchengemeinden können versuchen, die Gebäude durch Eigenmittel oder mit finanzieller Unterstützung Dritter zu erhalten. Erst, wenn dies nicht gelingt, könne der betroffene Kirchenvorstand entscheiden, ob das Gebäude vermietet oder verkauft werden sollte.

Ziel ist, dass je Kirchspiel ein Gemeindehaus erhalten werden sollte. Im Fall von Röhrenfurth und Schwarzenberg scheint dies nicht einfach zu sein. Das Schwarzenberger Gebäude könnte den Ausfall des Kirchenkreiszuschusses durch Mieteinnahmen ausgleichen, weil es sehr gut genutzt werde, befand der zuständige Ausschuss. Die Synodalen des Kirchspiels sehen das offenbar anders, sie verweigerten bei der Abstimmung über das Gesamtpaket ihre Zustimmung.

Stefan Ochs, Geschäftsführer des Kirchenkreises, hatte zuvor erklärt, wie der Ausschuss zu seinen Vorschläge gekommen war. Demnach sind alle Gebäude besucht, erfasst und katalogisiert worden, hinzu kamen die angaben der wöchentlichen Nutzungszeiten, die die Kirchengemeinden zuliefern mussten. Bei den Gemeindehäusern in Grebenau und Wichte zeigte sich zum Beispiel, dass sie auch aufgrund ihres baulichen Zustandes fast gar nicht mehr frequentiert werden.

Das Geld, das bei den betroffenen Gemeindehäusern eingespart werden soll, wird auf die übrigen verteilt. Weitere Häuser sollen nur noch einen verringerten Betriebskostenzuschuss bekommen. Auch hier sollen sich die Kirchengemeinden darum bemühen, Geld von Dritten einzutreiben. Binsförth ist davon zum Beispiel betroffen und wird zugleich gelobt: Der Weg, Einnahmen über das dortige Kirchencafé zu erzielen, wird begrüßt. Für die Nutzung des Gebäudes Pfarrscheune in Melsungen sollten Mieten oder Gebühren erhoben werden, empfiehlt der Ausschuss.

Anderen Kirchengemeinden, die von den Plänen noch nicht betroffen sind, rät der Ausschuss dennoch, sich schon jetzt um Einkünfte zu bemühen. Mit großer Mehrheit wurde das Konzept schließlich akzeptiert. (sis)

Quelle: HNA

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