Ende einer Ära: 100 Soldaten aus Fritzlar und Stadtallendorf waren angetreten

Ein Gelöbnis mit Wehmut

Zum Gruß: Fritzlars Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange und der stellvertretende Regimentskommandeur des Kampfhubschrauberregiments 36, Oberstleutnant Dieter Heer, während des Gelöbnisses. Fotos: Zerhau

Fritzlar. In der Flugzeughalle 4 in der Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar geht die Ära der wehrpflichtigen Soldaten zu Ende. Bei einem feierlichen Gelöbnis waren 100 Soldaten des Luftlandefernmeldebataillons der Division Spezielle Operationen aus Stadtallendorf und des Kampfhubschrauberregiments 36 Kurhessen aus Fritzlar angetreten. Sie gelobten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Wie der stellvertretende Regimentskommandeur vom Kampfhubschrauberregiment 36, Oberstleutnant Dieter Heer, in seiner Ansprache sagte, würden die Rekruten einen bedeutsamen Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft leisten. Nicht erst seit gestern würde die Bundeswehr mit vielen anderen Nationen im Einsatz in Krisenregionen stehen. Daran, so Dieter Heer, werde sich auch auf Dauer nichts ändern. Weiterhin müssten Soldaten ein sehr weites Aufgabenspektrum erfüllen. Es reiche von Kriegshandlungen bis hin zum Aufbau von Stabilität und Ordnung und der Leistung humanitärer Hilfe.

Oberstleutnant Heer sagte, dass noch keine Entscheidung über die künftige Struktur der Bundeswehr gefallen sei und man vor großen Veränderungen stehe. Karl-Wilhelm Lange, Bürgermeister der Garnisonsstadt Fritzlar, wies in seiner Ansprache mit etwas Wehmut darauf hin, dass die Wehrpflicht bis auf Weiteres ausgesetzt werde und es das letzte Mal sei, dass Wehrpflichtige bei einem feierlichen Gelöbnis vereidigt werden.

Deshalb, so der Bürgermeister, sei das deutsche Volk auch ohne Wehrpflicht drauf angewiesen, dass es junge Menschen gebe, die sich in besonderer Weise der staatsbürgerlichen Verantwortung stellten und sich für den Dienst in der Bundeswehr entschieden.

Die traditionelle Gelöbnisrede eines Rekruten hielt Flieger Michael Slusarek von der 3. Heeresfliegerstaffel 369 aus Fritzlar. Er ließ die Zeit der Grundausbildung Revue passieren und betonte, dass er stolz darauf sei, zu den Soldaten zu gehören, die am Standort Fritzlar nun zum letzten Mal vereidigt würden.

Für die Musik sorgte das Heeresmusikkorps 2 aus Kassel unter der Leitung von Oberstleutnant Reinhard Martin Kiauka.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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