Gemeinde muss Geld sparen: Körler Jugendpflege auf Prüfstand

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Besuch im Kletterpark: Ob es solche Angebote der Körler Jugendpflege auch künftig geben wird, ist unklar. Das Foto zeigt von links Lara, Leonie und Kim mit der Teamleiterin der Mädchen AG, Katharina Heuser (hinten).

Körle. Das Jugendpflegeangebot in Körle soll aus Kostengründen möglicherweise eingestellt werden. Eine Entscheidung darüber haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend jedoch vertagt.

Im Konzept zur Haushaltskonsolidierung war die Einstellung des Jugendpflegeangebots als einer von neun Sparvorschlägen aufgelistet. Wie viel Geld damit gespart werden könnte, war nicht erwähnt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Greiner sagte: "Die Akzeptanz der Jugendpflege in Körle ist sehr widrig." Man bekomme wenig von dem mit, was die Jugendpflege mache. Dennoch, betonte Greiner, habe ein solches Angebot seine Berechtigung. "Die Einstellung wäre das allerletzte Mittel."

Um die Zukunft der Jugendpflege hatte es bereits vor zwei Jahren Diskussionen gegeben, als sich die Kirche aus der Finanzierung zurückzog. Damals wurde ein Förderverein gegründet, der die Jugendpflege unterstützen sollte.

Aus den Sparvorschlägen gestrichen wurde eine Grundsteuererhöhung um zehn Prozent. "Die Grundstückseigentümer werden schon durch die Beiträge für den Klärwerkanschluss belastet", begründete dies der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Oetzel.

Das Konsolidierungsprogramm wurde von den Gemeindevertretern beschlossen allerdings bei vier Enthaltungen (alle CDU) und einer Gegenstimme. Die CDU enthielt sich wegen eines Streitpunkts im Sparkonzept der Gemeindebücherei. Laut Konzept soll geprüft werden, ob Büchereinutzer künftig einen Jahresbeitrag zahlen sollen. "Büchereigebühren unterstützen wir nicht", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Greiner. Er kündigte an, in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses andere Sparvorschläge vorzulegen.

Umgesetzt werden sollen unter anderem folgende Sparvorschläge:

Die Friedhofsgebühren sollen erhöht werden, damit sollen im kommenden Jahr 10 000 Euro, in den Jahren 2015 und 2016 je 15 000 Euro mehr eingenommen werden.

Ab dem 30. Juni 2016 will die Gemeinde in der Kindertagesstätte Pfiffikus keine Hortbetreuung mehr anbieten. Diese soll künftig wieder in der Körler Grundschule angesiedelt werden. "Wir sehen die Schule in der Verantwortung, für die Nachmittagsbetreuung zu sorgen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Oetzel. Sparpotenzial im Jahr 2016: 25 000 Euro.

Der jährliche Zuschussbedarf für das Dorfgemeinschaftshaus Empfershausen soll auf 20 000 Euro begrenzt werden. Im Jahr 2013 belief sich das Defizit auf mehr als 26 000 Euro. Bürgermeister Mario Gerhold sagte auf Nachfrage der HNA, man könne zum Beispiel die Vereine bitten, nach Veranstaltungen das DGH selbst zu reinigen.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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