Gemeindevertreter Bad Emstals haben große Vorbehalte gegenüber der SuedLink

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Allein die Masten von SuedLink sollen 70 Meter hoch sein: Gegen das Projekt regt sich Protest. Foto: dpa

Bad Emstal. Mit einem klaren Votum der Gemeindevertreter wird Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer am 16. Juni nach Wiesbaden fahren, um in einer Kleinen Anfrage im Landtag zusammen mit weiteren Rathauschefs und Landkreisvertretern gegen die Gleichstromtrasse SuedLink zu protestieren.

Grundsätzlich befürworte das Parlament den Ausbau regnerativer Energien, hieß es am Donnerstag in einem Dringlichkeitsantrag aller Fraktionen. Allerdings spechen sich die Politiker geschlossen gegen das Netzausbauprojekt aus. Grund: Es fehlt ihnen ein schlüssiges Konzept, in dem der tatsächliche Bedarf nachgewiesen wird. Zudem zweifelt das Gremium die sachgerechte Führung der Trasse an. „Niemand hat uns bislang glaubhaft machen können, dass die vorgeschlagene Trasse die einzig mögliche ist“, äußert die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Elisabeth Theiß, ihren Unmut.

Die zu erwartenden Auswirkungen auf Bewohner, Landschaft und regionale Wirtschaft bezeichnen die Gemeindevertreter als gravierend. Der Naturpark Habichtswald würde mit der Gleichstromverbindung zerschnitten und mit einer weithin sichtbaren Verspargelung der Landschaft durch 70 Meter hohe Strommasten belastet.

Die Bundesnetzagentur als zuständige Planungs- und Genehmigungsbehörde möge im Zuge der bevorstehenden Bundesfachplanung auch alternative Trassenführungen ernsthaft und transparent prüfen. Den Gemeindevorstand haben die Fraktionen beauftragt, den Netzbetreiber TenneT aufzufordern, die Alternativen der großräumigen Trassenrouten und ihre Bewertung sowie ihre Begründung für die Wahl des vorgeschlagenen Korridors und die entscheidungsrelevanten Unterlagen sowie die dem Verfahren vorausgegangene Bedarfsanalyse schriftlich offenzulegen.

Die Gemeindevertreter gehen davon aus, dass der Trassenbau SuedLink nicht erforderlich ist. Sie stützen sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen. Dies gelte umso mehr, da sich mit der beabsichtigten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zudem die Geschäftsgrundlage ändern werde.

Es könne nicht sein, dass private Unternehmen Infrastrukturprojekte planen und Gewinne einstreichen, die Gemeinschaft aber mit den negativen Konsequenzen einer monströsen Stromtrasse leben sollen, sagte Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Der Bad Emstaler Rathauschef wird am 16. Juni im Landtag begleitet von Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. (ant)

Quelle: HNA

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