Gemangelt wird weiter

Gemeindewäscherei in Utterhausen macht dicht 

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Zehn Jahre alt ist die gebrauchte Mangel: Regina Lengemann (links) arbeitet noch stundenweise in der Wäscherei. Hilfe bekommt sie von Maria Knöpfel. 

Uttershausen. Das Aus der kleinen Wäscherei am DGH Uttershausen ist besiegelt. Der Gemeindevorstand wird künftig die Wäsche der eigenen Einrichtungen woanders waschen lassen.

„Seit Jahren arbeitet der Betrieb defizitär“, sagt Bürgermeister Claus Steinmetz. Mit circa 4000 Euro Minus habe die Gemeindeverwaltung seit Jahren gerechnet, fügt er hinzu. Jetzt sind die Waschmaschinen kaputt und neue Geräte werden nicht angeschafft. Nur noch die Heißmangel soll weiter betrieben werden.

Neues Modell gesucht

Allerdings nicht mehr in der Verantwortung der Gemeinde. „Die Mangel könnte von den Frauen in einem Verein weiter betrieben werden“, sagt Claus Steinmetz. Denn die Wäscherei war seit Jahrzehnten auch sozialer Anlaufpunkt für die Frauen aus Uttershausen und anderen Gemeindeteilen. Mit der Übernahme der Mangel durch einen Verein könnte dies nach Ansicht des Bürgermeisters erhalten werden.

Heute hat die Stube jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat, geöffnet. Mit der Schließung könnte dieser Treff wegfallen. „Das soziale Leben stirbt aus“, sind sich Regina Lengemann und die Frauen von der Wäscherei einig. Für Regina Lengemann bedeutet das Aus die Suche nach einem neuen Job.

Seit Oktober 2011 arbeitet sie in der Wäscherei am Dorfgemeinschaftshaus in Uttershausen. „Wenn nur noch die Mangel betrieben wird, muss ich überlegen, wie es für mich weitergeht“, sagt sie.

Regina Lengemann arbeitet stundenweise im kleinen Gemeindebetrieb. „Im Durchschnitt arbeite ich sechs Stunden im Monat hier“, sagt sie. Dann wird die Wäsche unter anderem vom Bauhof, den Dorfgemeinschaftshäusern und der Jugendpflege gewaschen.

Bis zur Abwicklung voraussichtlich Ende kommenden Monats wäscht sie mit einer kleinen Ersatzmaschine. 1962 ging die Wäscherei in Betrieb. Damals noch mit einer öffentlichen Badeanstalt.

Es war sozialer Treffpunkt

Im Laufe der Zeit hielt die Waschmaschine Einzug in die Wohnungen der Waberner. Die Gänge in die Wäscherei wurden weniger. „Ein junger Mensch wäscht heute selbst“, sagt Regina Lengemann.

Dass der soziale Treffpunkt mit der Anlaufstelle zum Mangeln erhalten bleibt, dafür setzt sich auch Gerhard Jäger vom Ortsbeirat ein. Er will die Mangel so lange wie möglich in Betrieb halten. Der Ortsbeirat sowie die Beteiligten verhandeln derzeit darüber.

Quelle: HNA

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