Fritzlarer Pfarrer wollen die Ökumene fördern – Fest der Pflegedienste am Freitag

Gemeinsam auf dem Weg

Gemeinsam vor dem Dom: Die Pfarrer Dr. Ulrich Bock (evangelisch, von links) und Jörg Stefan Schütz (katholisch) wollen die Ökumene pflegen. Foto:  Dellit

Fritzlar. Es ist kein Geheimnis, dass es in den vergangenen Jahren in Fritzlar um die Ökumene – die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen – nicht zum Besten bestellt war. Das soll sich jetzt ändern.

Ein erstes Zeichen soll die sichtbare Zusammenarbeit der beiden Pflegedienste sein, erläuterten der evangelische Pfarrer Dr. Ulrich Bock und sein katholischer Kollege Jörg Stefan Schütz. 1995 war die katholische Kirche aus der ökumenischen Sozialstation ausgestiegen, erinnert sich Bock.

Trennung schmerzte

Für ihn, der damals gerade das Pfarramt in Fritzlar übernommen hatte, sei das schmerzlich gewesen. Um so mehr freue er sich, dass nun – Bock geht nächstes Jahr in Ruhestand – wieder eng kooperiert werde. Die Sozialstation und der katholische Gegenpart „Wir für Sie“ (Pflegedienst der Malteser) ergänzten sich gut.

Gemeinsam sei beiden das Bewusstsein, dass auch die geistige und geistliche Pflege neben der körperlichen von großer Bedeutung sei. Eine Konkurrenz bestehe eigentlich nicht, erklärte Bock, denn es gebe einen hohen Bedarf nach Pflege: „Wir sind Mitstreiter.“ Auch für weitere Anbieter sei genug Platz auf dem Markt, es drohe ein Pflegeengpass.

Die Gemeinsamkeit soll beim Johannisfest demonstriert werden, dass am Freitag, 24. Juni, gefeiert wird. Ab 14.30 Uhr wird an der Fraumünsterkirche gefeiert. Eingeladen sind Mitarbeiterinnen, Patienten und Angehörige der beiden Pflegedienste, aber auch alle anderen Gemeindeglieder sind eingeladen. Vor der Kirche werden Zelte aufgebaut sein, in denen Kaffee, Kuchen und Waffeln angeboten werden. Auch Hephata ist dabei.

Für Musik sorgen ein Mitarbeiterinnenchor und der Katholische Bläserchor Fritzlar. Der Gottesdienst in der Kirche beginnt um 16 Uhr, die Predigt wird Stadtpfarrer Schütz halten. Es sei gute Tradition, sagt Pfarrer Bock, dass der Gast die Predigt hält. Die Liturgie übernehmen die beiden Geistlichen gemeinsam.

Bei dem Fest spielt das traditionelle Johannisfeuer, das am Geburtstag von Johannes dem Täufer entzündet wird, eine Rolle. Jeder Besucher soll die Kirche mit einem Licht von diesem Feuer verlassen.

Es soll nicht bei diesem einmaligen Ereignis bleiben, über das Bock sagt: „Wir wollen eine Zeichen setzen für die Ökumene.“ Überkonfessionelle Gemeindeabende und ökumenische Gottesdienste soll es in Fritzlar bald häufiger geben.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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