Gemeinsam für Fachkräfte  – Start für Frühjahr geplant

Agentur für Arbeit will Allianz im Landkreis gründen

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Sprachen vor mehr als 100 Zuhörern: von links Karl Otto Winter, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, Uwe Kemper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Korbach und Jürgen Sauerwald, Personalleiter der B. Braun Melsungen AG.

Schwalm-Eder. Die Agentur für Arbeit in Korbach plant für den Schwalm-Eder-Kreis eine Allianz gegen Fachkräftemangel. Das kündigte Geschäftsführer Uwe Kemper gegenüber der HNA am Rande eines Arbeitsmarktgesprächs an.

Zu dem Gespräch, das am Freitag bei der Melsunger B. Braun AG stattfand, waren etwa 100 Unternehmer aus der Region gekommen.

Die geplante Allianz gegen Fachkräftemangel hat ihr Vorbild im benachbarten Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo Landrat, Agentur für Arbeit, IHK, Kreishandwerkerschaft, Gewerkschaften, Kirche, Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement zusammenarbeiten, um Fachkräfte für die Region zu gewinnen. Dort wurden unter anderem Imagefilme gedreht, um Nachwuchskräfte zu werben. „Für den Schwalm-Eder-Kreis laufen bereits Gespräche mit Institutionen, die wir mit dabei haben möchten“, sagte Kemper. Im Frühjahr solle das Projekt voraussichtlich starten.

Kemper appellierte an die Unternehmen, auch weiterhin auszubilden – trotz der derzeit verlangsamten Konjunktur. „Für viele Unternehmen ist der Fachkräftemangel aktuell nicht so spürbar“, sagte Kemper. Das könne sich aber schnell ändern. „Schließlich kommen in der Region auf 100 ältere Arbeitnehmer nur 54 unter 25-Jährige.“ Langfristig werde sich der Fachkräftemangel also wieder bemerkbar machen – und gerade für Unternehmen im ländlichen Raum sei es dann schwierig, Arbeitskräfte von außerhalb anzuwerben.

Kemper kennt die Klagen einiger Unternehmer, dass sie keine Bewerber finden, die ihren Anforderungen entsprechen. „Aber ich sage immer, man soll den besten Menschen einstellen, nicht die besten Schulnoten.“ Für manche Auszubildende, die an bestimmten Stellen Defizite haben, müsse man eben eine entsprechende Begleitung oder Betreuung organisieren – dabei könne die Arbeitsagentur behilflich sein.

Weitere Themen beim Arbeitsmarktgespräch waren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der demographische Wandel.

Quelle: HNA

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