Ein Konzept mit Herz: Seit einem halben Jahr gibt es das Familiendorf Röhrenfurth

Gemeinsam geht’s besser

Auch das gehört zum Unterricht: Konstantin (von links), Luisa, Anna, Torben, Johanna, Bendix, Moritz, Jana, Jennifer und Anna erfahren bei der Feuerwehr einiges über Brandschutz. Eine enge Zusammenarbeit von Schule und Vereinen macht’s möglich. Fotos: De Filippo

Röhrenfurth. Wenn Luisa, Bendix und Johanna nachmittags von der Schule kommen, haben sie viel gelernt. Sie haben sich ausgetobt, gemeinsam Mittag gegessen, und ihre Hausaufgaben sind auch schon erledigt. So bleibt jede Menge Freizeit. Möglich ist das dank des Familiendorfs Röhrenfurth – einem pädagogischen Konzept, bei dem das liebevolle Miteinander groß geschrieben wird.

Seit August gibt es das Projekt, und seitdem arbeiten die Wolfgang-Fleischert-Schule, der benachbarte Kindergarten und der Kinderverein Röhrenfurth eng zusammen. Das ermöglicht eine flexible Kinderbetreuung und viele gemeinsame Aktivitäten, von denen Kinder und Eltern gleichermaßen profitieren. Mittags essen die Jungen und Mädchen der Grundschule in einem Raum des Kindergartens, und bis 17 Uhr werden die Schüler auf Wunsch von pädagogischem Fachpersonal betreut. „Zurzeit nehmen 23 von 56 Kindern diese Möglichkeit in Anspruch“, berichtet Schulleiterin Doris Ilgen.

Den Jungen und Mädchen wird in den Nachmittagsstunden einiges geboten. Sie machen Sport, besuchen Jungschar-Treffen, lernen die Arbeit der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes kennen. Denn in dem Melsunger Ortsteil helfen alle mit, damit das Familiendorf ein Erfolg wird. Jeden Montagnachmittag bietet die Musikschule Schwalm-Eder Nord zudem Instrumentalunterricht an der Röhrenfurther Schule an – optional für Kinder, die Gitarre oder Klavier lernen wollen.

Auch der Unterricht an der Wolfgang-Fleischert-Schule hat sich verändert. Statt klassischen Schulstunden und kleinen Pausen wechseln nun Lernzeiten, gemeinsames Essen und Bewegungsphasen ab. „In den Lernzeiten, die jeweils 90 bis 105 Minuten dauern, gibt es Unterricht, aber auch Zeit für Hausaufgaben und selbstständiges Arbeiten“, sagt Ilgen. Das entlaste vor allem die Eltern.

Zwischendurch haben die Kinder in langen Pausen Gelegenheit, sich auf dem Schulgelände auszutoben. Dafür stehen Sport- und Spielgeräte zur Verfügung. Und auch das gemeinsame Frühstück und Mittagessen gehört inzwischen zum Schulalltag.

Nach den ersten Monaten Familiendorf zieht Doris Ilgen eine positive Bilanz: „Alle profitieren vom Konzept und sind sehr zufrieden.“ Gerade der Mix aus Unterricht, Bewegung und kindgerechten Aktionen habe sich bewährt. „Durch das gemeinsame Spielen lernen die Kinder viel fürs Leben“, sagt Ilgen. Konflikte friedlich zu lösen zum Beispiel – und anderen zu helfen. Denn das ist bei den Röhrenfurther Kindern selbstverständlich. WEITERE ARTIKEL

Von Pamela De Filippo

Quelle: HNA

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