Erzeugergemeinschaft begann mit Kartoffellese auf den Feldern

Gemeinsam bei der Arbeit: Oft ist die ganze Familie mit dabei, wenn in Leuderode die Kartoffeln gelesen werden. Foto: Knauff/zkk

Leuderode. Seit 14 Jahren hat sie bereits Bestand, die Kartoffelerzeugergemeinschaft in Leuderode. „Wenn man etwas Gemeinschaftliches hat, dann kümmert sich jeder mal und schaut nach den Pflanzen und passt auf, dass sie gut übers Jahr kommen“, erklärte Ortsvorsteher Helmut Poltmann.

Das Gemeinschaftsgefühl ist es auch, was bei der Idee der Erzeugergemeinschaft im Vordergrund steht.

Den vielen Arbeitern auf dem Feld machte es sichtlich Spaß, die Früchte der getanen Arbeit zu ernten. „Die drei Hauptarbeiten sind das Hacken, Griebeln und Aufstreichen, wie man es in der Landwirtschaft nennt“, berichtete Poltmann. Beim Griebeln und Aufstreichen geht es darum, Erde auf die Kartoffeln zu häufeln und zwischen den Reihen Gräben zu schaffen.

Im Frühjahr geben alle Beteiligten die gewünschte Bestellmenge an, dann wird zusammen geordert. Für jede angefangene zehn Zentner muss eine Arbeitskraft gestellt werden. So kommt es auch, dass oft die ganze Familie auf dem Kartoffelacker versammelt ist. Auch Schulklassen und Kindergarten-Gruppen halfen schon bei der Ernte. Jegliche Hilfe sei willkommen.

Angebaut wird die Sorte Granola. Die rauschalige Kartoffel mit gelbem Fleisch ist vorwiegend festkochend. Beim Kochen ergibt sich allerdings die Besonderheit, dass sie anfangs fest bleibt, bei längerer Kochzeit aber mehlig wird. Dadurch ist sie sehr vielseitig verwendbar.

Das Projekt soll Spaß machen. Das sei das Wichtigste, versicherten die freiwilligen Kartoffelsammler auf dem Feld. Angebaut wird nur für den Eigenverbrauch. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, verkaufen sie es. „Von dem Geld veranstalten wir jedes Jahr eine Fahrt“, erzählt Poltmann. Eine Woche nach der Lese werden die Kartoffeln in einer großen Scheune im Dorf abgesackt. Auch für die Verpflegung ist dort gesorgt. Denn immer wenn gelesen wird, gibt es Kuchen und die Helfer grillen gemeinsam. Auch der ortsansässige Jagdpächter ist den Leuderödern dankbar. Da sie gebündelt Kartoffeln anbauen hat er nur noch einen Acker, der vor Wild geschützt werden muss. Um sich dafür zu bedanken spendiert er immer am letzten Wochenende im Oktober ein großes Wildschweinessen.

„Schon früher gab es ein ähnliches Projekt von mehreren Gaststätten aus der Umgebung“, sagte Poltmann. Das nahmen sich 16 Dorfbewohner zum Vorbild, als sie beschlossen, Kartoffeln anzubauen. Es wurden drei Äcker mit jeweils 5000 Quadratmeter gepachtet und abwechselnd jedes Jahr bewirtschaftet. Vor ein paar Jahrzehnten hatte noch jeder Bauer im Dorf seinen eigenen Kartoffelacker, nun ist die Gemeinschaft eine gute Lösung. (zkk)

Quelle: HNA

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