TSV Urfftal sammelt derzeit Spenden, um aus der Insolvenz herauszukommen

Gemeinsam aus der Krise

Halten zusammen: Die Sorgen sind ihnen nicht anzusehen. Der Trainingsbetrieb des TSV 08 Urfftal läuft, Wolfgang Friedrich (rechts) und Holger Möller trainieren die Bambini. Doch ruhen die Vereinsgeschäfte, weil der Verein finanziell in der Krise steckt. Foto: Yüce

Bad Zwesten. Stark trotz Krise, so zeigte sich der TSV Urfftal in den vergangenen Wochen. Und das hat rein gar nichts mit Toren und Ergebnissen zu tun. Gemeinsam – wie ein Team – versucht der Verein seine finanzielle Krise zu meistern. Derzeit gehen zehn Mitglieder des Vereins in der Gemeinde von Haustür zu Haustür und bitten um Spenden.

Grund dafür: Über das Vermögen des TSV Urfftal wurde das Insolvenzverfahren eröffnet (wir berichteten). Fehlerhaft ausgestellte Spendenbescheinigungen hätten den Verein in diese dramatische Lage gebracht, erklärt Insolvenzverwalter Hartmut Mitze aus Frankenberg. Deshalb stehe der Verein nun mit 51 000 Euro beim Fritzlarer Finanzamt in der Kreide. An einem Vergleich werde gearbeitet. „Wird dem zugestimmt, dann müsste der Verein noch 10 000 Euro aufbringen“, sagt Mitze. Damit wären die Gläubiger besser gestellt als bei einer Liquidation. Das sei entscheidend.

Rettung im Blick

Wenn der Insolvenzplan angenommen werde, könne es mit dem Verein weitergehen. Er habe den Eindruck, dass der Vorstand sehr motiviert sei, sagt Mitze. Das müssen sie auch sein, denn wenn das Geld gezahlt werde, habe der Verein keine Rücklagen mehr. „Wir sind jetzt dabei, Spenden zu sammeln“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Friedrich. Er zeigt sich sehr zuversichtlich. Wichtig sei es nun, einen großen Teil des Geldes zusammenzubringen. „Wir gehen zu unseren Mitgliedern und zu Firmen, um für Unterstützung zu werben“, sagt Friedrich. Mit dabei habe man bereits ausgefüllte Überweisungsträger. „Darauf muss dann nur noch ein Betrag eingetragen werden“, erklärt Friedrich. „Die Resonanz ist gut“, sagt er knapp, während er die Bambini-Fußballer trainiert. Dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass er erleichtert über das Verständnis ist, das viele Menschen aus der Gemeinde aufbringen.

„Wir wollen es schaffen und den Verein retten, schließlich hat er eine über hundertjährige Tradition“, sagt Holger Möller von der Laufsparte des TSV.

Klar sei aber, dass sich der TSV nicht allein durch Spenden retten wird. Man sei auf eine Einigung mit dem Finanzamt angwiesen. Gelingt das nicht, werden 51 000 Euro fällig. „Das schaffen wir nicht“, sagt Friedrich. Dabei sorgt er sich nicht nur um den Verein. „Wenn er nicht gerettet wird, könnte man uns vom Vorstand zur Zahlung heranziehen“, befürchtet er. Die Angst der Ehrenamtlichen, das Geld aus der eigenen Tasche zahlen zu müssen, ist groß. Die Entscheidung, ob sich das Finanzamt auf den Insolvenzplan einlässt, fällt am 29. Mai.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare