Katholische Sankt Maria-Kirche ist Heimat auf Zeit der evangelischen Christen

Gemeinsames Gotteshaus

Umzug: Nach dem Gründonnerstag-Abendmahlgottesdienst zogen die Wolfhager evangelischen Christen in einer feierlichen Prozession mit den Altarkerzen sowie der Stadtkirchenbibel in die katholische Kirche, die ihnen bis Weihnachten als Heimstatt dient. Foto:  zih

Wolfhagen. Bis Weihnachten teilen sich Katholiken und Protestanten in Wolfhagen ein Gotteshaus. Weil die Stadtkirche saniert wird, feiert die evangelische Gemeinde ihre Gottesdienste in der katholischen Kirche.

„Als Christen sind wir im festen Glauben an die gemeinsame Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, ständig unterwegs. Manchmal getrennt, aber manchmal auch in einer lebendigen Ökumene gemeinsam.“ So begrüßte Jürgen Günst, Gemeindereferent der Wolfhager katholischen Kirchengemeinde Sankt Maria, am Gründonnerstagabend an der weit geöffneten Eingangstür des der Heiligen Maria geweihten Gotteshauses die Glaubensbrüder und -schwestern der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde.

Bis Weihnachten

Angeführt von Dekan Dr. Gernot Gerlach und Prädikant Günther Dreisbach waren die evangelischen Gläubigen nach dem Abendmahlgottesdienst in ihrem Gemeindezentrum von dort in einer feierlichen Prozession unter Mitführung der Altarkerzen sowie Stadtkirchenbibel zur katholischen Kirche gezogen. Dort werden sie bis Weihnachten, bis zum Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche St. Anna, eine neue Heimstatt haben.

Dekan Dr. Gernot Gerlach sagte bei der Ankunft: „Ein verbindender, erhebender und froh machender Moment. Wir freuen uns, dass wir hier sein dürfen.“ „Die gewährte Gastfreundschaft der katholischen Mitchristen“, so der Dekan weiter, sei Beweis für die mit intensivem Leben erfüllte Ökumene.

Als Gastgeschenk hatte der Dekan des Kirchenkreises Wolfhagen eine aus Bronze gegossene Plastik der Heiligen Elisabeth mitgebracht. Die Heilige wird sowohl von den katholischen wie auch von den evangelischen Christen als Sinnbild der tätigen Nächstenliebe verehrt.

Sehen, Hören, Beten, Singen, Schweigen. Unter diesen Schlagwörtern stand dann eine Liturgischen Nacht von Gründonnerstag bis Karfreitag, die die Gläubigen beider Kirchengemeinden nach dem feierlichen Einzug unter dem nun gemeinsamen Dach des Sankt Maria-Gotteshauses feierten. (zih)

Quelle: HNA

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