Noch viel zu tun für Bewohner

Gemeinschaft Lebensbogen am Dörnberg stellt sich bei Eröffnungsfest vor

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Das sind sie: Derzeit leben etwas mehr als 20 Erwachsene und drei Kinder in der Gemeinschaft Lebensbogen.

Zierenberg. Sie hat den ehemaligen Landesjugendhof auf dem Dörnberg wieder mit Leben gefüllt: die Gemeinschaft Lebensbogen.

Etwas mehr als 20 Erwachsene und drei Kinder sind es derzeit, die auf dem Gelände zusammen leben. Im Mittelpunkt des Projekts Lebensbogen steht die Nachhaltigkeit.

Derzeit gibt es noch viel zu tun für die neuen Bewohner. Am, in und um die Gebäude herum wird noch viel gewerkelt. So soll das Außengelände unter ökologischen Gesichtspunkten gepflegt werden, Bienen und andere Insekten sollen sich wohl fühlen, Pflanzen aus der Region sollen gedeihen. Auch am Vereinsprogramm wird gearbeitet. „Wir möchten Seminare und Projekte anbieten, die das nachhaltige Denken und Handeln fördern“, sagt Martina Beaumont, die mit ihren beiden Töchtern aus Oldenburg stammt.

Annett Gnass

Zum Sommer-Programm gehören eine Zirkus-Projekt-Woche für Kinder, Tai Chi, Bogenschießen und ein Kräuterfestival, weitere Angebote sind in Arbeit. Schon jetzt kommen regelmäßig Gruppen ins Tagungshaus, die sich im Gästebereich einmieten und Seminare oder Workshops durchführen. Alles steht unter dem Motto: Was tut Mensch und Natur gut. Dabei wollen die Bewohner der Kommune „eine Gemeinschaft zum Anfassen sein“. Man wolle ein Teil der Region sein, sagt Annett Gnass, die Seminare in Mediation anbieten will. „Wir sind offen für jeden.“

Das spiegelt sich auch in der Gruppe der Bewohner wider: Zwischen zwei und 70 Jahre alt sind sie, von Beruf Schreiner, Journalisten oder Prokuristen. „Wir sind wie eine Großfamilie, die sich bei allem unterstützt“, sagt Beaumont. Einmal pro Woche werden denn auch im Plenum wichtige Entscheidungen gemeinsam getroffen - einer der Grundsätze der Gemeinschaft.

Einige Mitglieder der Kommune arbeiten außerhalb, die meisten jedoch im Projekt. Das Geld, das sie verdienen, fließt in einen Topf. „Gemeinsame Alltagsökonomie“ nennt sich das, so Gnass. Wer sich der Gruppe anschließt und vermögend ist, kann das Geld einbringen, Pflicht ist es aber nicht. Weil aber alle gleichgestellt sein sollen, darf derjenige, der Geld als Rücklage hat, dieses während der Zeit beim Lebensbogen nicht anrühren. „Die Schere zwischen arm und reich, die es in der Gesellschaft gibt, wollen wir in unserer Gemeinschaft nicht.“

Auf etwa 50 Erwachsene plus Kinder will die Kommune in den nächsten Jahren wachsen. Wer Teil der Gemeinschaft werden möchte, kann zu Kennenlern-Wochenenden kommen. Nach zwei Wochen wird dann auf beiden Seiten entschieden, ob es weitergeht. „Wenn es passt, wird der Interessent wieder eingeladen.“ Über den anfänglichen Besucherstatus geht es dann Stück für Stück weiter.

Teilen ist wichtig beim Lebensbogen. Nicht nur Geld wird gemeinschaftlich genutzt. Auch die sechs Autos teilen sich alle, gegessen wird gemeinsam. Eine feste Regel ist das jedoch nicht. „Wir wollen nicht so viele Zwänge. Vertrauen ist uns wichtiger.“ 

Quelle: HNA

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