Barrierefreiheit anvisiert

Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal schlägt neue Unterführung für Bahnhof vor

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Bei den Pfosten: An dieser Stelle würde die Unterführung enden. Rolf Götzmann und Lothar Kothe von der GL Malsfeld haben sich Gedanken über einen kostengünstigen Umbau des Bahnhofes gemacht.

Malsfeld. Die Gemeinschaftsliste Fuldatal-Hochland (GL) des Malsfelder Parlamentes hat eigenen Ideen zum Umbau des Malsfelder Bahnhofes.

Sie möchte nicht, dass der Bahnhof weiter in den Ort verlegt wird, weil ein Neubau für die Gemeinde zu teuer würde und hat daher einen Vorschlag für eine barrierefreie Unterführung am alten Standort erarbeitet. Diesen legte sie nun der Gemeinde vor.

Barrierefreier Zugang

Unterhalb des alten Zugangs zu den Gleisen, kurz nach der Kreuzung zur Bahnhofszufahrt, soll eine barrierefreie Unterführung gebaut werden, schlägt der Sprecher der GL, Lothar Kothe vor. Die Voraussetzungen dafür seien gegeben, der Platz vorhanden. Die GL habe sich an anderen Bahnhöfen wie in Melsungen orientiert.

Es müsse nur eine Unterführung gebaut werden, die etwa 70 Meter lang wäre und zwischen den Gleisen endet. Platz sei dort vorhanden, zwischen den Gleisen liegen dort acht Meter.

Ausreichendes Gefälle

Vorschlag der GL: Unterhalb des bestehenden Zugangs zu den Gleisen könne eine neue barrierefreie Unterführung entstehen, über sie eine Rampe führen könnte. (Ganze Grafik durch Klick auf den Pfeil)

Da die Straße Am Bahnhof entlang den Gleisen ein ausreichendes Gefälle aufweise, könne der Zugang ebenerdig gebaut werden. Damit werde auch der erforderliche Höhenunterschied von 3,50 Meter zwischen Zugang und Bahnsteigoberkante erreicht. Eine behindertengerechte Steigung von fünf Prozent könne realisiert werden.

Über eine 70 Meter lange Rampe könne der Zugang zum Mittelbahnsteig gebaut werden. Die marode Unterführung müsse man zuschütten und abbauen.

Kosten

Es gebe bislang zwar weder eine statische Analyse, noch eine Kostenschätzung, aber Kothe glaubt, dass diese Lösung mit Sicherheit kostengünstiger sei, als eine Verlegung in den Ort hinein. Die im Februar vorgestellte Verlegung des Bahnhofes in den Ort sei eine Utopie, sagte Kothe. Der gesamte Neubau koste zwischen sechs und acht Millionen Euro. Die Gemeinde müsse dafür etwa zwei Millionen Euro zahlen, das sei zu viel. Kothe bemängelt auch, dass an einem neuen Standort Aufzüge gebaut werden müssten, die sieben Meter hoch seien, damit ältere oder behinderte Menschen zu den Gleisen kommen könnten.

Die GL habe den Vorschlag auch bereits an die DB Station&Service AG in Frankfurt weitergegeben. Die Deutsche Bahn wolle die Pläne prüfen.

Bahnhofsumbau in Malsfeld: Die Bahn prüft nun drei Varianten

Der Bahnhof in Malsfeld ist renovierungsbedürftig. Die Bahn will den Bahnhof sanieren und es liegen nun drei Varianten vor, der sich auch die Gemeinde beteiligen muss.

Variante 1: Der bestehende Bahnhof wird umgebaut, die Unterführung wird von der Bahn erneuert. behindertengerechte Zugänge würde die Bahn nicht bauen. Das Argument: Die existieren in Melsungen und es sei zumutbar, dort einzusteigen. Bei einer barrierefreien Sanierung würde sich die Gemeinde beteiligen und Aufzüge einbauen. Kosten: etwa 2,2 Millionen Euro, für die Gemeinde 220 000 Euro.

Variante 2: Eine Verlegung und ein Neubau des Bahnhofs in der Nähe der Lindenstraße in der Ortsmitte. Für einen Behindertenzugang müssten dafür Aufzüge gebaut werden. Kosten für den Umzug nach bisherigem Stand sind zwischen 6 und 8 Millionen Euro, Malsfeld müsse zwischen 1,6 und zwei Millionen zahlen. Das hatte Christoph Funke vom Nordhessischen Verkehrsverbund zu der Vorstellung des Projektes Neubau berichtet.

Variante 3 (neu): Umbau des alten Bahnhofs und eine neue barrierefreie Unterführung, die Kosten sind noch unklar. (cty)

Das sagt der Bürgermeister

Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel (SPD) sagte auf Anfrage der HNA, dass mit dem Vorschlag der GL nun neben der Sanierung des Bahnhofs durch die Deutsche Bahn und einer eventuellen Verlegung noch eine dritte Variante hinzukäme. Das habe zur Folge, dass eine Entscheidung des Parlaments über eine Machbarkeitsstudie erst am 30. September, statt am 30. Juni, wie bisher vorgesehen, getroffen werden müsse.

Die GL habe die Pläne der Bahn zum Prüfen vorgelegt, was diese auch tun wolle. Dies habe den Aufschub bewirkt. Damit könne sich ein Bau auch um zwei Jahre verschieben.

Vaupel bezweifelt, dass eine Unterführung günstiger werde, als ein Umbau des Bahnhofs und die Ausstattung mit Aufzügen, wie die Alternative der Bahn dies beim Umbau des Bahnhofs vorgesehen hatte. Vaupel favorisiere weiter die Verlegung des Bahnhofs und einen Neubau. Verhandelt werde um einen reduzierten Kostenbeitrag der Gemeinde bei einem Neubau, sagte er.

Quelle: HNA

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