Genaue Inventur unterm Kreuz

Kunstreferent überprüft vorhandene Werte in Kirchen

Auch in den Dorfkirchen wird gelegentlich eine Inventur gemacht: Kunstreferent Dr. Götz J. Pfeiffer von der Landeskirche und die Kunsthistorikerin Christine Kolms besuchen dieser Tage die evangelischen Gotteshäuser im Kirchenkreis Fritzlar, hier in Römersberg. Foto: Hebeler

Römersberg. Mehr als 40 Jahre ist es her, dass eine genaue Bestandsaufnahme aller Güter in den Kirchen der evangelischen Landeskirche gemacht worden war. Um einen Überblick über die aktuelle Situation zu bekommen, wird zurzeit wieder alles überprüft und neu inventarisiert.

Dr. Götz J. Pfeiffer, Kunstreferent bei der Landeskirche, zieht dieser Tage durch die Dorfkirchen im Kirchenkreis Fritzlar, um zu prüfen, was an kunsthistorischen Werten vorhanden ist. Dabei geht es nicht nur darum, einmal alles festzuhalten, sondern er gibt auch Hinweise, wie beispielsweise Abendmahlskelche gepflegt werden müssen.

Er kennt sie alle

Dr. Pfeiffer kennt sie alle, die Goldschmiede, Zinnfachleute und die Handwerker, die Auskunft über die Pflege von Holzschnitzereien oder Sandsteinplatten geben können. In seinem Laptop stehen alle alten Verzeichnisse, und es entgeht ihm nichts, was einmal gewesen ist und was neu hinzugekommen ist.

In seinem Abschlussbericht an die Gemeindepfarrer vermerkt Pfeifer zum Beispiel auch, wenn Paramente (Vorgehänge vor Altar oder Kanzel) nicht ordnungsgemäß gelagert werden, wenn Altar- und Taufgeräte nachgearbeitet werden und wenn Dachböden einmal grundsätzlich aufgeräumt und gereinigt werden sollten.

Wertvoll ohne Prunk

Zu seinen Aufgaben gehört es aber auch, in den Kirchengemeinden ein Bewusstsein für die Werte in ihren Kirchen zu schaffen, auch wenn sie eher ideeller Natur sind. Denn protestantische Kirchen haben aus ihrem Selbstverständnis heraus wenig Prunk.

Doch finden sich in den Kirchen ganz unterschiedliche, wertvolle Stücke. Von einem einmaligen Abendmahlskelch über eine kunstvolle Taufschale bis hin zu einem mittelalterlichen Epitaph trifft der Kunsthistoriker immer wieder auf Kostbarkeiten in den Dorfkirchen.

Und so wird durch Pfeiffers Besuch dem einen oder anderen Küster erstmalig bewusst, was für einen Schatz er zum Beispiel mit dem Altarstein, dem Taufbecken oder einer besonders schön gestalteten Kanzel verwaltet.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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