Schlosspark Loshausen

Diner en blanc: Genüsslich speisen im Grünen

Loshausen. Ganz in Weiß lautete das Motto für die Gäste, die sich am Samstagabend im Schlosspark Loshausen getroffen haben. Doch das Motto war auch das einzige, was den Gästen hinlänglich bekannt war.

Denn alles andere blieb bis zur letzten Sekunde buchstäblich im Dunkeln: Und das ist gut so. Denn beim Diner en blanc, dem Essen in Weiß, treffen sich Gourmets unter freiem Himmel, um gemeinsam elitär zu speisen.

Über den Ort des Geschehens werden die Gäste traditionell erst kurz vorher informiert. Diesmal war der Treffpunkt für das dritte Diner en blanc der Treysaer Bahnhof. Dort stiegen die weiß gekleideten und gut behüteten Damen und Herren mit ihren Picknickkörben in einen Bus ein: Ziel der Fahrt war der Schlosspark in Loshausen.

Binnen Minuten verwandelte sich das Fleckchen im Grünen in eine schmucke Dinnertafel. Auf Tischen wurden weiße Tücher ausgelegt, opulente Kerzenleuchter, edles Porzellan, feines Besteck und Blumen setzten die Tafeln entsprechend in Szene. Was die Gäste dann aus den Picknickkörben zauberten, ließ wohl manchen Sternekoch kurzfristig erblassen: Liebhaber edler Tropfen und kulinarischer Köstlichkeiten hatten sich ausgefallen Leckereien fürs Buffet einfallen lassen.

Gäste aus der Schweiz und aus Franken überraschten mit regionalen Spezialitäten. Hobbykoch Friedhelm Mähler mit pfiffigen Kombinationen: Am Spieß gingen Lachs, Bananen und Aprikosen eine geschmackliche Symbiose ein. Mariniert wurden die Zutaten mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt und Koriander, Limettensaft und Olivenöl. Dann wurden die Spieße gegrillt. Kulinarischen Hochgenuss bescherten auch gegrillte Paprika, die vorher in einem Sud aus Balsamico, Honig und gerösteten Mandlen gebadet hatten.

Die Idee des Diners en blanc haben sich die beiden Organisatorinnen – Augenoptikermeisterin Wilma Merle und Marlis Schweigert vom Weinforum in Asterode – aus Frankreich abgeschaut: Als Ursprung der Veranstaltung wird oft der Sommer 1988 genannt, als ein gewisser Francois Pasquier seine überfüllte private Gartenparty spontan in den nahegelegenen Bois de Boulogne verlegt haben soll. In der Folge verabredete man sich jeden Juni zu einem gemeinsamen, polizeilich nicht angemeldeten Picknick an einem öffentlichen, aber bis zuletzt geheim gehaltenen, Ort in Paris. Verpflichtend für alle Teilnehmer ist vollständig weiße Kleidung – von Kopf bis Fuß.

Bilder vom Essen

Diner en blanc im Schlosspark Loshausen

Für die Gourmets ist es eine Selbstverständlichkeit, den Ort des Geschehens ebenso geheimnisvoll wieder zu verlassen, wie sie auftauchten – kein Abfall soll an die elitären Gäste erinnern.

  In Loshausen zog die Gesellschaft bei Einbruch der Dunkelheit wieder von dannen: Wenig später erinnerte nichts an ihren spontanen Besuch.

Quelle: HNA

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