Neuer Standort fürs Kunstwerk

Kunstwerk Spangenberg-Ursprung-Entwicklung steht nun an der Burg

Neuer Standort für die Kunst: Direkt neben der Burggrabenmauer steht nun das Kunstwerk „Spangenberg-Ursprung-Entwicklung“. Im Bild einer der beiden Künstler, Sandrino Sandinista Sander. Foto: Feser

Spangenberg. Der Dornröschenschlaf ist vorbei: Das Kunstwerk Spangenberg-Ursprung-Entwicklung, das Teil des Kunstpfades Ars natura ist, hat einen neuen Standort. Es steht direkt neben der Burggrabenmauer, unterhalb des Schlosses und neben der Brücke über den Wallgraben.

Damit bekommt der Betrachter einen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und hat dabei das Schloss im Rücken und die Stadt vor Augen. Jahrelang war das Kunstwerk einige Meter tiefer, unterhalb der Mauer versteckt. Während der Sanierung des Wallgrabens lagerte es über Jahre in einer Halle.

Versteinerte Seelilien

Das Kunstwerk besteht aus fünf Teilen: geometrische Körper, gefüllt mit der Geschichte Spangenbergs. Eine im Boden eingelassene Wanne zeigt versteinerte Seelilien aus dem Zechsteinmeer, das sich vor etwa 250 Millionen Jahren unter anderem dort ausbreitete, wo heute Spangenberg liegt.

Ein Hexameter ist gefüllt mit fünf Kilo Flachs. Er steht für die Leinewebereien, die in der Stadt weit verbreitet waren. „Spangenberg galt im 18. Jahrhundert als Zentrum der Schockleinenherstellung“, berichtet Künstler Sandrino Sandinista Sander, der das Kunstwerk mit Karin Adam im Jahr 2002 entworfen hat. Aufgrund der Temperaturunterschiede muss der Inhalt alle zwei Jahre erneuert werden, teilt Künstler Sander mit.

Der Tetraeder beherbergt Kohle und steht für die Kohlenmeiler, die im 19. Jahrhundert rund um Spangenberg rauchten. Glasscherben lagern in einem Zylinder. Sie stammen aus Glashütten, die einst in der Gemarkung standen. Ein zweiter Tetraeder ist mit Metallspänen gefüllt, die auf die metallverarbeitende Industrie im Spangenberg des 21. Jahrhunderts hinweisen.

Für das Kunstwerk wurde ein kleiner Wall aufgeschüttet, auf dem die geometrischen Körper nun thronen. Da das Schlossgelände unter der Verwaltung des hessischen Immobilienmanagements steht, wurde ein Vertrag gemacht, damit das Kunstwerk endlich einen festen Platz am Kunstpfad Ars natura hat.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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