Die Atemschutzwerkstatt der Wolfhager Feuerwehr ist das Reich von Dirk Mahlmann

Geprüfte Luft für Lebensretter

Giftgrün und prall gefüllt: Dirk Mahlmann in der Atemschutzwerkstatt der Wolfhager Feuerwehr prüft einen Chemikalienschutzanzug auf Dichtigkeit. Fotos: Michl

Wolfhagen. Auf der Tür, die wir in unserer heutigen Adventskalendergeschichte öffnen, steht in Großbuchstaben das Wort Atemschutzwerkstatt. Im Stützpunkt der Feuerwehr Wolfhagen ist es das Reich von Dirk Mahlmann - ein heller, 45 Quadratmeter großer Raum, vollgestopft mit modernster Technik.

Das, was Dirk Mahlmann als hauptamtlicher Feuerwehrgerätewart gerade bearbeitet, ähnelt einer aufgeblasenen Plastikpuppe in menschlicher Größe, giftgrün und mit schwarzen Gummistiefeln. Das Teil nimmt er auf einem Untersuchungstisch Millimeter für Millimeter in Augenschein. Ist er damit, ohne eine Schadstelle festgestellt zu haben, fertig, entfernt er die Druckschläuche, und die vorher in einer Spezialwaschmaschine gereinigte und imprägnierte „Figur“ fällt wieder in sich zusammen, wird in eine Plastikfolie eingepackt und findet ihren Stammplatz in einem Feuerwehrfahrzeug des Wolfhager Gefahrstoffzuges.

Dirk Mahlmann hatte gerade eine Dichtigkeitsprüfung eines Chemikalienschutzanzugs vorgenommen. Die Wolfhager Wehr hat davon zwölf, ein Anzug kostet etwa 3500 Euro. Der Gefahrstoffzug ist für den gesamten Altkreis Wolfhagen sowie bei Bedarf auch darüber hinaus zuständig.

Beim Element Luft ist auch Dirk Mahlmann in seinem Element, sie bildet einen Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit. Er sorgt in seiner Atemschutzwerkstatt auch für die notwendige Luft zum Leben für die Rettungskräfte.

Denn sollte einer der 60 für einen Schadstoffeinsatz ausgebildeten Feuerwehrleute mit dem Chemikalienschutzanzug oder die 100 ebenfalls spezialisierten Träger von Atemschutzgeräten am Unfallort oder der Brandstätte eingesetzt werden, müssen sie sich zu 100 Prozent darauf verlassen können, dass sie während ihres Einsatzes optimale Atemluft bekommen.

„Ohne Luft läuft gar nichts.“

Dirk Mahlmann gerätewart

Dafür sorgen in erster Linie die mit 300 bar gefüllten Atemluftflaschen. Die darin befindlichen 1800 Liter Luft reichen für einen halbstündigen Einsatz.

Vervollständigt wird die technische Atemschutzausrüstung durch die Maske und den Lungenautomaten. Von den 100 vorhandenen kompletten Atemschutzgeräten (Stückpreis: 1200 Euro) befinden sich 65 in den Einsatzfahrzeugen, der Rest lagert abrufbereit in der Atemschutzwerkstatt.

Neben den täglichen Funktionskontrollen werden nach einer Übung oder einem Einsatz die Atemluftflaschen von Dirk Mahlmann wieder gefüllt, dafür steht ein 30 000 Euro teurer Kompressor zur Verfügung.

Reinigen und desinfizieren

Das gesamte andere technische Equipment wird in alle Einzelteile zerlegt, untersucht, gereinigt, desinfiziert, getrocknet und eingepackt, bei einem Schaden das betroffene Teil gegen ein neuwertiges ausgetauscht.

In der Wolfhager Atemschutzwerkstatt werden aber nicht nur die 100 eigenen Atemschutzgeräte regelmäßig untersucht, gewartet und instand gesetzt, sondern auch die der Feuerwehren aus Breuna und Zierenberg.

Noch zwei weitere, ebenfalls lebensrettende Ausrüstungsgegenstände haben die Atemschutzgeräteträger dabei: Eine Wärmebildkamera, um in stark verqualmten Räumen möglichst schnell Personen zu finden, sowie eine Luftrettungshaube, die über den Kopf gestülpt werden kann und die an das Atemschutzgeräte des Retters angeschlossen ist und dadurch das Opfer mit frischer Atemluft versorgt.

Lebendiger Adventskalender Wolfhagen: 17 Uhr, Mäuse in Wolfhagen (Geschichte, Bastel-Angebot, Punsch), Förderverein Gasterfeld, Sitzungssaal Altes Rathaus

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

Kommentare