Gershwin-Konzert in der Spangenberger Industriehalle

Konzentriert: Musiker des Kasseler Sinfonie-Orchesters beim Spangenberger Musiksommer. 350 Gäste kamen in die Halle der Firma Wikus, um den Klängen zu lauschen. Fotos:  Dürr

Spangenberg. Zu einem großen Erfolg wurde am Sonntag das erste Konzert in der Halle der Firma Wikus in Spangenberg. Da, wo sonst Sägebänder hergestellt werden, war Musik zu hören. Mit Spannung haben die Veranstalter des Konzertes erwartet, wie diese Verbindung aus Kunst, Kultur und Industrie erklingen und bei den Besuchern ankommen würde.

Das Kasseler Sinfonie-Orchester hatte gerade auf der mit Industriepaletten verzierten Bühne Platz genommen, als im Saal die Lichter ausgingen. Denn vor dem Konzert wurde der Spot auf andere gerichtet: Beleuchtet durch einen Lichtkegel, wurden Pfarrer Dr. Volker Mantey und Dr. Jörg Kullmann, Chef der Firma Wikus, von einem Hubwagen empor gehoben, um alle Gäste zu begrüßen.

Lockere Moderation

Dann sollte es auch losgehen: Jürgen Oßwald, Leiter des Kasseler Sinfonie Orchesters, griff zum Taktstock – und zum Mikrofon. Denn Programmhefte gab es nicht, Oßwald moderierte deshalb auch den gesamten Abend. Das tat der guten Stimmung unter den 350 Zuhörern keinen Abbruch, vielmehr passte seine lockere Moderation zu der Musik, die hervorragend in den Rahmen passte, in dem sie vorgetragen wurde: George Gershwin und Dimitri Schostakowitsch erklangen in der Halle von Wikus.

So wurden vor der Pause „Ein Amerikaner in Paris“ und die Rhapsody in Blue von Gershwin vorgetragen, nach der Pause dann die Suite für Varieteorchester von Schostakowitsch – populäre Werke, die einen Flügel als Orchesterinstrument einbauen und mit großem Schlagwerk besetzt sind.

Profis und Laien gemeinsam

Das Orchester, in dem Laien und Profis gemeinsam musizieren, wuchs in diesem Konzert schier über sich hinaus. Spielfreude, Schwung, Leichtigkeit – es bot alles, um die Musik mit Leben zu füllen. Zudem saßen erfreulich viele junge Musiker zwischen erfahrenen Orchesterspielern. Oßwald dirigierte mit strenger Hand und ließ mit den Musikern die vielen Details der Kompositionen aufleuchten: Die Instrumentengruppen schienen sich zu unterhalten, Soli blitzten auf, der Schwung von rasend schnellen Läufen stand ruhigen, weichen und leicht schwingenden Passagen gegenüber, strahlender Bläserklang vereinte sich mit singendem Streicherklang.

Musik, die begeisterte

Solist der Rhapsody in Blue von Gershwin war der Kasseler Konzertpianist und Pädagoge HellmuthVivell, der souverän und mit Esprit mit dem Orchester in Zwiesprache musizierte.

Sowohl der Raum als auch die Musik begeisterten die Gäste, schon in der Pause wurde viel darüber gesprochen. Gegen Ende des Konzertes entlud sich die Begeisterung, indem jede der acht Tanzsätze in Schostakowitschs Suite mit immer mehr Beifall bedacht wurde. Am Ende gab es tosenden langen Applaus, mit Pfeifen und Stampfen der Füße auf den Boden.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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