Gerste und Weizen haben deutlich unter der trockenen Kälte gelitten

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Braune Getreidefelder, so weit das Auge reicht: Überall im Schwalm-Eder-Kreis und weit darüber hinaus hat die Herbstsaat unter der Trockenheit und dem Frost gelitten. Unser Bild zeigt das Waberner Becken mit der Zuckerfabrik.

Schwalm-Eder. Die Lage ist kritisch, die Sorge um Wintergerste und früh gesäten Winterweizen angebracht, sagt Frank Käufler, Pflanzenbauberater beim Kreisbauernverband Schwalm-Eder. Beide Getreidearten wurden im vergangenen Herbst gesät.

Die jungen Pflanzen waren den Winter über nicht durch eine Schneedecke vor dem teilweise starken Frost geschützt. Doch nicht die Kälte hat ihnen zugesetzt, sondern die Trockenheit hat zu den Sprossschäden geführt.

"Das größte Problem wäre, wenn es in der nächsten Zeit regnet, tagsüber um die zehn Grad hat und nachts wieder Frost", sagt Frank Käufler, Pflanzenschutzberater

Ob die Felder neu eingesät werden müssen, oder ob noch Leben in den Pflänzchen ist, werde sich in den nächsten 14 Tagen zeigen, schätzt Käufler. So kann er auch den Landwirten, die in Sorge um ihre Saat bei ihm anrufen, noch keinen Rat geben.

Der Pflanzenschutzberater steht in Kontakt mit Kollegen. Der in Würzburg habe ihm gesagt, dass er solche Schäden durch Kahlfröste in den vergangenen 30 Jahren nicht erlebt habe.

Neben den deutlichen Schäden am oberirdischen Teil der Pflanzen, die milchkaffee-braun aussehen, haben auch die Wurzeln gelitten. Entscheidend sei aber, ob der Vegetationskegel im Inneren der Pflanze noch grün ist.

Käufler: "Das größte Problem wäre, wenn es in der nächsten Zeit regnet, tagsüber um die zehn Grad hat und nachts wieder Frost." Noch ist die Lage ungewiss. Sollte sich zeigen, dass die Felder nicht zum Leben erwachen, muss neu gesät werden. Aus Sorge, dass es Engpässe geben könnte, kaufen einige Landwirte schon Saatgut auf Vorrat.

Quelle: HNA

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