Bisher zwei Vorfälle aktenkundig

Nach Übergriff auf Jungen: Polizei mahnt zur Ruhe

Altmorschen. Zur Ruhe rufen die Polizeidirektion Schwalm-Eder und der schulpsychologische Dienst am Schulamt Fritzlar die Eltern in Altmorschen nach dem Vorfall vom Mittwoch auf. Ein Grundschüler hatte sich aus der Umklammerung durch einen maskierten Mann befreit und war geflüchtet.

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Zwar sei erhöhte Vorsicht angebracht, nicht aber unnötige Panikmache, meint Jugendkoordinator Markus Brettschneider. Bisher seien nur zwei Vorfälle aktenkundig. Der von Ende Januar und der vom Mittwoch. Beide in der Nähe der Grundschule. Aus seiner Erfahrung ärgert Brettschneider sich, wenn die Gerüchteküche brodelt und die Polizeiarbeit erschwert.

Wer konkret etwas gesehen oder aber von seinem Kind gehört habe, solle sich melden, aber: „sich nicht dauernd weiter unterhalten und keiner ruft die Polizei.“

Eltern sollten jetzt:
• selbst aufmerksam sein und das auch ihren Kindern einschärfen, besonders auch, dass diese nicht mit unerlaubten Personen mitgehen,
• bei Menschen mit fremdem Kennzeichen, die nicht zur Schule gehören oder dort keine Schüler abholen, „genauer hingucken“,
• ihre Söhne und Töchter stark machen, indem sie deren Selbstbewusstsein fördern. Bei Elternabenden empfiehlt er die drei A: Aufpassen, „nicht durch die Gegend träumen“, Abstand halten zu fremden Personen, Abhauen, wenn es brenzlig wird.

Das rät die Schulpsychologin

Reden, das ist es, was Eltern jetzt tun können. Schulpsychologin Iris Oetzel-Peters ermuntert die Eltern der Altmörscher Grundschüler, sich mit ihren Töchtern und Söhnen zu einem ruhigen Gespräch zusammenzusetzen. Vorher sollten sich Mütter und Väter genau überlegen, wie sie das Thema möglicher Übergriffe durch Fremde angehen.

Denn Eltern sollten das Gespräch möglichst wertfrei führen, appelliert die Expertin. „Wichtig ist, dass beim Kind keine Angst und Panik entstehen.“ Denn diese Gefühle könnten in einer Stresssituation die erlernten Verhaltens- trainings blockieren. Schutz bieten:
• Lauftaxis, also Gruppen von Kindern, möglichst mit einem Erwachsenen auf dem Schulweg, vor allem im Dunkeln,
• genaue Absprachen, mit wem das Kind mitgehen darf und mit wem nicht,
• Rückversicherung beispielsweise im Schulsekretariat ausmachen, wenn ein Fremder argumentiert: Deine Mutter schickt mich, weil sie dich nicht abholen kann,
• im Notfall Passanten um Hilfe bitten. (and)

Quelle: HNA

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