Schrecksbach Bürgermeister Erich Diehl (63) wurde feierlich verabschiedet

Ein gerührter Pfundskerl

Überbrachten gute Wünsche: Winfried Becker, Klaus Wagner und Norbert Miltz (hinten, von links) waren zur Verabschiedung Erich Diehls gekommen. Fotos: Rose

Schrecksbach - Ab sofort wird Erich Diehl nur noch Platt schwätzen: Das versprach der Schrecksbacher am Mittwochabend seinem langjährigen Kollegen und Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker.

Doch nicht nur Heiteres war Thema der finalen Gemeindevertretersitzung in der Mehrzweckhalle. Manch nachdenkliche Worte, aber ebenso viele gute Wünsche gaben die Gäste „ihrem Erich“ mit auf den Weg. Nach fast 24 Jahren an der Spitze der Gemeinde wurde der 63-Jährige im Beisein von 250 Gästen - Vertreter aus Politik, Wirtschaft und den Vereinen - in den Ruhestand verabschiedet.

Schrecksbachs Bürgermeister Erich Diehl verabschiedet

Wegbereiter, Wegbegleiter, aber auch Menschen, mit denen sich Diehl manch heiße politische Diskussion geliefert hatte, traten am Abend ans Mikrofon. Das versagte ab und zu seinen Dienst, so dass der Rathauschef empfahl: „Da müssen mal wieder neue Batterien rein.“ Koordiniert wurde der Grußwort-Reigen vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Martin Michel. Er dankte Diehl für unermüdliche Präsenz und den Mut, Dinge in der Gemeinde voran zu bringen. Dabei bediente er sich der Worte Marlene Dietrichs: „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“

Der erste Beigeordnete Torsten Biesenroth lobte Diehls Geschick bei der Sanierung der Kapelle Schönberg sowie der Dorferneuerung: „Für Wunder muss man beten, für Veränderungen hart arbeiten.“ Erich Diehl sei immer ein Verfechter ehrlicher und gerechter Politik gewesen, sagte Winfried Becker. „Und zwar für alle - egal welcher Farbenlehre.“

Jörg Müller überbrachte die Wünsche des Städte- und Gemeindebundes. „Du konntest mit der Faust auch auf den Tisch hauen, aber menschlich bist du ein Pfundskerl.“ Die beiden Pfarrer der Gemeinde Matthias Müller und Hans-Dieter Deist lobten Diehls Engagement für den Fudschijama der Schwalm - den Schönberg. Nach dem offiziellen Akt - der Übergabe der Entlassungsurkunde und der Ehrenplakette in Gold - trat Erich Diehl sichtlich gerührt ans Rednerpult. In den Dank schloss er Mitarbeiter, Weggefährten und in erster Linie seine Familie ein. Ehefrau Edith überreichte er 23 rote Rosen. Für jedes seiner Dienstjahre. „Ich war des Amts nie überdrüssig. Ich war Bürgermeister mit ganzem Herzen.“

Quelle: HNA

Kommentare