Blick in die Asservatenkammer der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg

Gesammelte Beweiskraft

In der Asservatenkammer: Klaus Rehs vor einem in Verwahrung genommenem Fernseher. Seit diesem Jahr wird er als Beweisstück aufbewahrt. Foto:  Wüstefeld

Schwalm-Eder. Ein Teppich, Bierflaschen, Turnschuhe – Gegenstände, die nicht sonderlich spektakulär wirken, können in einem Strafverfahren von ausschlaggebender Bedeutung sein. In der Asservatenkammer der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg werden sie verwahrt, ebenso wie Drogen, Waffen und Geld.

Klaus Rehs ist als Asservatenbeauftragter der Herr über die Beweismittel. „Hier landet alles Bewegliche, was in Verwahrung genommen oder anderweitig sichergestellt worden ist“, sagt Rehs.

Das können dann auch schon mal Turnschuhe sein, denn neben Beweismitteln „landen hier auch Fundsachen oder Hinterlassenschaften von Toten, wenn die Angehörigen nicht gefunden werden können“, sagt Rehs.

Den größten Teil machen aber Gegenstände aus, die im Zuge eines Strafverfahrens eingezogen oder als Beweismittel sichergestellt worden sind. Was mit den Asservaten während und nach einem Verfahren passiert, entscheidet die Staatsanwaltschaft. Sie besitzt auch eine Asservatenkammer, in die oft Gegenstände übergeben werden. Einige bleiben aber auch bei der Polizeidirektion, bis die Staatsanwaltschaft entscheidet, was damit passiert: „Sie ist Herrin des Ermittlungsverfahrens“, sagt Rehs.

Was mit den Stücken nach Beendigung eines Verfahrens geschieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. „Es kommt vor, dass wir zum Beispiel Handys oder Computer wieder an den Besitzer aushändigen, wenn wir die Daten ausgelesen haben“, erklärt der 61-Jährige.

Oft aber werden die Gegenstände unter Aufsicht unbrauchbar gemacht oder verschrottet. Darunter fällt beispielsweise alles, was gebraucht wurde, um eine Straftat zu begehen, wie etwa Werkzeuge. „Die werden auf jeden Fall nicht wieder ausgehändigt“, macht Rehs deutlich. Die Asservate werden in einem abgeschlossenen Raum in der Polizeistation aufbewahrt – Waffen, Geld und Rauschgift sind in Schränken gut verschlossen.

Auch die Spurenasservate wie Kleidung und ähnliches, an denen sich sowohl Spuren des Täters als auch des Opfers befinden können, werden speziell verpackt.

Gefährliche Gegenstände, wie zum Beispiel eine Gasflasche, dürfen nicht in dem Raum gelagert werden. Sie werden in einem geschützten Freibereich gesichert.

Von Constanze Wüstefeld

Quelle: HNA

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