Gesamtschule: Direktor Volker Wiegand geht in Ruhestand

Sagt Aufwiedersehen: Volker Wiegand unterrichtet seit 1975 an der Gesamtschule Melsungen. Elf Jahre war er dort Direktor. Ende Januar geht er in Ruhestand. Foto: V. Koch

Melsungen. Volker Wiegand ist ein Mann der Tat. Schon als er selbst noch die Schulbank drückte, wuchs in ihm der Wunsch, einiges am Unterricht zu verändern. „In der Oberstufe habe ich mir das erste Mal vorgestellt, Lehrer zu werden“, sagt der 65-Jährige.

Mit Abitur, Studium und Referendariat ging es schnurgerade ins Berufsleben als Lehrer. 1975 kam er als junger Pädagoge an die gerade neu gegründete Gesamtschule Melsungen. Seit 2002 leitet er die Schule als Direktor. Ende Januar räumt Wiegand den Schreibtisch für seinen Nachfolger Dr. Matthias Bohn.

Wiegand ist kein Mensch, der wage in die Zukunft blickt. Er verfolgt seine Ideen und setzt sie Schritt für Schritt in die Tat um. Die von ihm vorangetriebenen Veränderungen an der Schule beschreibt der Lehrer für Englisch und Sport als „geplanten Fortschritt“.

Was seine Schüler über ihn sagen, weiß der Fan der britschen Komikergruppe Monty-Python nicht. „Sie begegnen mir respektvoll und zurückhaltend“, sagt Wiegand. Zu den schönsten Momenten als Direktor gehört für den Röhrenfurther die Verabschiedung der Schüler. „Das ist immer eindrucksvoll, wenn aus schwierigen jungen Menschen erfolgreiche Jugendliche werden.“

Wiegand hat viel in der Gesamtschule Melsungen bewegt: Von der Gründung des Fördervereins, über Austauschprogramme für Schüler, Berufsorientierung und eine Ganztagsbetreuung. Trotzdem spricht der 65-Jährige bescheiden von seinen Projekten. „Das hat alles schmal angefangen“, sagt Wiegand.

Obwohl er durch und durch Lehrer ist: „Den Gedanken, dass mir im Ruhestand etwas fehlen würde, habe ich nicht.“ Generell ist Wiegand kein Mann der in der Vergangenheit lebt. „Ich sehe nach vorne und freue mich auf neue Perspektiven“, sagt der Familienvater.

Eine dieser Perspektiven ist seine Arbeit im Stadtführerteam der Melsunger Tourist-Info. Dafür schlüpft er regelmäßig in die rot-blaue Bartenwetzer-Kluft. „Darin werde ich in Zukunft noch öfter in der Öffentlichkeit zu sehen sein“, sagt Wiegand.

Eine weitere Leidenschaft teilt der 65-Jährige mit einem seiner Söhne: Schlepper. Drei besitzt der Röhrenfurther. Den ersten hat er für einen Metallwert von 150 Euro gekauft und wieder hergerichtet. Die Zeit abseits der Schule möchte der 65-Jährige auch zum Wandern nutzen. „Den Rennsteig entlang“, sagt er.

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Von Verena Koch

Quelle: HNA

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