Breite Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss

Geschäft mit Energieversorger: Im Grundsatz für den Eon-Kauf

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Zurück zum alten Namen: Der neue Energieversorger, der in Nordhessen entstehen soll, soll wieder EAM heißen.

Schwalm-Eder. Die Richtung ist klar, auch wenn Einzelheiten noch geklärt werden müssen: Der Schwalm-Eder-Kreis wird sich aller Voraussicht nach am Kauf der Anteile an Eon-Mitte beteiligen.

Im richtungweisenden Haupt- und Finanzausschuss waren sich in dieser Frage fast alle Fraktionen einig. Lediglich Wiebke Reich (FDP) stimmte gegen das geplante Geschäft. Die Linke hat in diesem Gremium kein Stimmrecht.

Am Montag, 9. Dezember, wird der Kreistag verbindlich sein Votum abgeben. Noch in diesem Jahr soll das Geschäft abgewickelt werden. Zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen wollen die Anteile des Energieversorgers übernehmen. 26,7 Prozent der Aktien gehören diesen Alteigentümern ohnedies bereits (wir berichteten). Die frühere EAM soll wieder gegründet werden.

Allerdings gab es in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses noch einmal Irritationen über Einzelheiten des Vertrags. Dass der Schwalm-Eder-Kreis anteilig etwa 500 000 Euro als so genannte Arrangierungs-Provision aufbringen müsse und auch eine jährliche Agentschaftsgebühr fällig wird, verwunderte die Ausschussmitglieder.

Kaufpreis: 618 Mio. Euro

Bis zur Entscheidung im Kreistag soll geklärt werden, ob die Provision bereits im ausgehandelten Kaufpreis von 618 Millionen Euro enthalten ist. Keinesfalls dürfe die Provision bei der Dividende angerechnet werden, die beim Schwalm-Eder-Kreis eingesetzt wird, um den Eigenbetrieb der Freizeiteinrichtungen zu finanzieren.

Der Kaufpreis soll alleine durch Kredite gedeckt werden. Partner der Landkreise wird ein Bankenkonsortium sein, das aus der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), der Landesbank Banden-Württemberg und Deutschen Kreditbank (DKB) besteht.

Die Erlöse aus dem Netzgeschäft sollen Zinsen und Tilgung decken. In In 20 Jahren soll das Darlehen abgezahlt werden. Dass der Zinssatz (voraussichtlich drei Prozent) über diese gesamte Zeit festgeschrieben werden könne, sei ein sehr gutes Ergebnis, meinte Dr. Frank Karbenn vom beauftragten Beratungsunternehmen.

Kein Eigenkapital

Es handele sich um eine der größten Transaktionen der deutschen Energiewirtschaft. „Dass dabei kein Eigenkapital aufgebracht werden muss, ist keine Selbstverständlichkeit.“

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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