20-Jähriger wegen Hehlerei zu 900 Euro Geldstrafe verurteilt

Geschäfte mit Dieben

Stadtallendorf. Wegen Hehlerei ist ein jetzt 20-jähriger Stadtallendorfer vor dem Marburger Jugendschöffengericht zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden. Neben dieser Straftat hatte die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann, der zur Zeit seinen Zivildienst leistet, auch die Beteiligung an einem Einbruch vorgeworfen.

Bei dem Einbruch waren am 23. Juli vergangenen Jahres in der Stadtallendorfer Spaltanlage aus den Büroräumen einer Firma mehrere elektronische Geräte, darunter auch zwei Laptops und ein Fernseher gestohlen worden. Die Beteiligung am Einbruch war dem Stadtallendorfer jedoch nicht nachzuweisen.

Laptops für 50 Euro verkauft

Er gab aber zu, dass ihm ein Bekannter die zwei hochwertigen Laptops für jeweils 50 Euro zum Kauf angeboten hatte. Dass diese beiden Geräte aus einem Einbruch stammen mussten, sei ihm von vornherein klar gewesen: „Wer trägt schon um drei Uhr morgens zwei Laptops ohne Verpackung mit sich herum und bietet diese auch noch zum Kauf an?“ Fragen habe er keine gestellt und die Geräte ohne Umschweife gekauft.

„Wer trägt schon um drei Uhr morgens zwei Laptops ohne Verpackung mit sich herum und bietet diese noch zum Kauf an?!“

Angeklagter vor Gericht

Im Nachhinein habe ihm sein Bekannter, der mittlerweile wegen des Einbruchs bereits verurteilt wurde, mitgeteilt, dass er die Laptops von einer Russin gekauft habe. Der 20-Jährige hatte mehrere Tage nach dem nächtlichen Geschäft versucht, die Geräte für jeweils 250 Euro zu verkaufen. Dabei war der junge Mann erwischt worden.

Die im Gerichtssaal anwesende Vertreterin der Jugendgerichtshilfe plädierte für die Anwendung von Jugendrecht, weil der Stadtallendorfer für sie in seiner Gesamtentwicklung und Persönlichkeit noch unreif wirke.

Richter Thomas Rohner verurteilte den geständigen, bisher nicht vorbestraften jungen Mann zu der von der Staatsanwaltschaft beantragten Geldstrafe von 900 Euro, die er an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen muss.

Zusätzlich muss der Verurteilte die Verfahrenskosten tragen. Der Zivildienstleistende nahm das Urteil noch im Gerichtsaal an.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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