Rückersfelder Kukuksmarkt war zum letzten Mal der große Besuchermagnet im Knüll: Veranstalter hören aus Altersgründen auf

Geschenk zum krönenden Abschluss

Familie: Yannik und Walter Gombert aus Frielendorf.

Rückersfeld. Warum denn aufhören, wo es doch so schön ist? Diese Frage beschäftigte am Sonntag die Besucher des Rückersfelder Kukuksmarktes. Bei Bilderbuchwetter war der Kunsthandwerkermarkt mitten in der rapsblühenden Idylle wieder zum Muttertag der Renner in der Region. Tausende besuchten das Dorf – und viele bedauerten das Ende der Veranstaltung.

„Das war definitiv das letzte Mal, dass der Kukuksmarkt stattfand“, sagte Gudrun Mertens vom Vorstand des Vereins Kultur und Kunsthandwerk. Diese Entscheidung sei niemandem leicht gefallen: Und gerade, weil am Sonntag nahezu perfekte bedingungen herrschten, schien ein Abschied nahezu absurd zu sein. „Aber wir sind froh, dass wir noch einmal so ein schönes Fest hatten“, sagte Gudrun Mertens.

Die Besucher drängten sich dicht wie eh und je durch die Gassen, bestaunten Goldschmiede und Töpfer und ließen sich vom Klang der Musik verführen. Sie wanderten vorbei an handgemachter Keramik, liebevoll hergestelltem Schmuck, sahen Goldschmied und Korbmacher bei der Arbeit zu und suchten ein schattigen Plätzchen unter den Bäumen.

Auch Christoph und Birte aus Calden waren enttäuscht über das Aus für die Veranstaltung. „Da müssen wir uns überlegen, wo wir künftig den Muttertag verbringen“, sagte sie zu ihrem Sohn. Diese Wehmut teilten viele und genossen den Tag noch einmal ausgiebig. Melvin Joel aus Mardorf kam aus dem Staunen nicht heraus, als er auf dem Hof von Stefan Küsters in ein Holzfass mit Ohren schaute und dabei einen Fernseher entdeckte. „Das ist ja mal was ganz anderes“, meinte er überrascht.

Kunst statt Kommerz

Anders war auch der Markt seit zwanzig Jahren. Das Motto war immer Kunsthandwerk statt Kommerz und die Besucher belohnten diesen Anspruch mit einem meist massenhaften Ansturm auf das 30-Seelen-Dorf. Doch das Team, das diesen Andrang bewältigen musste, ist älter und damit die Arbeit den Menschen zu viel geworden.

„Wir brauchen 50 bis 60 Helfer, die müssen auch aus anderen Orten kommen“, sagte Gudrun Mertens. Sonst sei die Organisation des Festes gar nicht zu schaffen. Mertens hofft, dass junge Leute aus dem Dorf die Regie in eigener Verantwortung übernehmen: Ein kommerzieller Betreiber komme für die Dorfbewohner nicht in Betracht.

Deshalb wird es den Markt in dieser Form auf keinen Fall mehr so geben. Die Veranstalter genossen den schönen Tag – als ein Geschenk zum krönenden Abschluss.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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