In muslimischen Familien werden andere Feste gefeiert als in Deutschland

Geschenke an Silvester

Ruhige Tage in der Familie: Seckin (rechts) und Niyazi Karahan mit ihren Söhnen Ilker, Can, Bahattin und Nesthäkchen Ömer. Foto: zih

Wolfhagen. Während unter den deutschen Weihnachtsbäumen die Geschenkeschlacht bereits geschlagen ist, freut sich manche türkische Familie auf Silvester. Dort macht man sich gegenseitig kleine Geschenke. Mit dem Glockenschlag um Mitternacht alle Wasserhähne aufzudrehen, bringt der Familie Reichtum und Segen. Es soll außerdem Glück und Gesundheit bescheren, wenn die türkischen Frauen in der Neujahrsnacht rote Unterwäsche tragen. Diesen Brauch kennt Familie Karahan nicht, die schon lange in Wolfhagen wohnt. Dafür hat Vater Niyazi Karahan seinen Kindern die deutschen Weihnachtsbräuche erklärt:

Der Muslim war mit seinen drei Söhnen Ilker, Can und Bahattin, das Nesthäkchen Ömer war zu Hause bei Mama Seckin geblieben, am späten Heiligen Abend zu einem Spaziergang zur katholischen Kirche Sankt Maria sowie zur evangelischen Stadtkirche aufgebrochen., um seinen Söhnen von der Geburt Jesus zu erzählen.

Sterne gebastelt

So ganz unbekannt war den drei Knaben das Weihnachtsfest aber nicht. Mama Seckin, die 1986 aus der Türkei nach Deutschland kam, 1997 ihren Niyazi heiratete: „Als sie noch in den Kindergarten sowie in die beiden ersten Grundschulklassen gingen, haben sie dort ja auch Advents- und Weihnachtslieder gelernt. Wir haben zu Hause zusammen nicht nur Sterne, Schnee- und Weihnachtsmänner sowie Tannenbäume als Dekorationsmaterial gebastelt und unsere Fenster mit Lichterketten illuminiert, sondern es gab auch für Ilker, Can und Bahattin kleine Geschenke. „Allerdings ist Weihnachten für uns Muslime kein Fest, es sind ganz normale Tage“. Plätzchen und Stollen haben sie aber auch gebacken.

Für den 1974 in Wolfhagen geborenen Niyazi Karahan, Geschäftsführer einer weltweit operierenden Wolfhager Firma, ehrenamtlicher Schiedsmann sowie CDU-Stadtverordneter in seiner Heimatstadt, sind die Tage bis ins neue Jahr ganz normale Arbeitstage. „Da kann ich losgelöst und frei vom alltäglichen Stress und der Hektik in der Firma entspannt in Ruhe vieles erledigen. Kein ständiges Klingeln des Telefons, keine SMS- oder E-Mails stören mich.“ Am heutigen Silvester lässt er es ebenso wie seine Landsleute krachen. „Silvester ist ja kein christliches Fest, da begrüßen wir das neue Jahr natürlich auch mit einem zünftigen Feuerwerk.“ Und vielleicht gibt es auch kleine Geschenke. (zih)

Quelle: HNA

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