Der Verein der Melsunger Briefmarkenfreunde trifft sich regelmäßig zum Tauschen

Briefmarkenfreunde: Geschichte im Miniformat

Welt in klein: Einige Briefmarkenfreunde beim Betrachten von alten Postkarten und Marken. Von links: Hans Pfeiffer, Arno Müller, Dr. Dietrich Kutschera und Ludwig Below. Foto: V. Koch

Melsungen. Einmal im Monat vertiefen sich die Mitglieder des Vereins Briefmarkenfreunde Melsungen in die kleine, bunte und gezackte der Welt der Briefmarken. Die 18 Briefmarkenfreunde sammeln neben gestempelten und ungestempelten Marken auch Briefe, Ansichtskarten und Münzen.

„Jeder Brief und jede Karte erzählt eine Geschichte“, sagt der Vorsitzende des Vereins Ludwig Below. Mit dem Briefmarkensammeln begann Below - wie die meisten Vereinsmitglieder - im Kindesalter. Belows Vater war Hausmeister bei der Firma Bernecker. An den Wochenenden leerte Below im Alter von fünf Jahren zusammen mit seiner Mutter die Papierkörbe in der Firma. Dabei sind ihm die bunten Briefmarken auf den weggeworfenen Umschlägen ins Auge gestochen. „Die habe ich mir abgerissen und mit genommen“, sagt Below, der sein Hobby auch zum Beruf gemacht hat und seit 49 Jahren bei der Deutschen Post arbeitet.

Aufnahmen aus der ganzen Welt sind im Kleinformat auf den Briefmarken zu sehen. In den Gesprächen mit den Sammlern merkt man schnell, ihnen geht es auch um die Geschichten, die hinter den bunten Bildern stecken. Sie kennen sich bestens aus Erdkunde und Geschichte. Anhand der bunten, meist gezackten Marken kann Below die gesamte Geschichte der Post nachvollziehen.

„Vor allem die Vielseitigkeit macht das Briefmarkensammeln interessant“, sagt Below. Jeder Sammler hat sein eigenes Spezialgebiet. Während Below am liebsten Marken von Thurn und Taxis sammelt und sich für die Geschichte der Post interessiert, sammelt sein Vereinskollege Arno Müller Briefmarken aus der ganzen Welt. Der gelernten Schriftsetzer und Grafiker entwirft außerdem Sammelalben mit dem Schriftzug des Melsunger Vereins und der Sonder-Poststempel zum Hessentag 1987 in Melsungen stammt von ihm.

Eine Geldanlage sind die Briefmarken nicht, sagen die Sammler. „Die Marken in Deutschland sind Massenware“, weiß Hermann Kirchner. Wenn man Glück hat seien die laufenden Serien in den nächsten Generationen etwas wert.

„Es geht mehr um die Freude, die Lücken zu füllen“, meint Below, der auch Preisrichter beim Bund deutscher Philatelisten ist. Als Aktie des kleinen Mannes könne man das Sammeln von Briefmarken schon lange nicht mehr bezeichnen.

Mit Bedauern beobachten die Vereinsmitglieder, dass sich immer weniger junge Menschen für das Briefmarkensammeln interessieren. Die Jugendgruppe des Vereins musste schon vor 27 Jahren wegen mangelnder Mitglieder aufgelöst werden. In der Hoffnung Menschen für Briefmarken zu begeistern, stempelt Below bei der Post die ein oder andere schöne Briefmarke noch mit der Hand. (yvk)

Quelle: HNA

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