Auf dem Klosterareal orten Wissenschaftlern mit spezieller Technik historisch wertvolle Überreste

Geschichte mit Radar auf der Spur

Ein Gebäude mit jahrhunderter langer Geschichte: Die Klosterkirche in Spieskappel. Fotos: Göbel

Spieskappel. In den Grundmauern der Klosterkirche liegen vermutlich historische Überreste versteckt. Deshalb wurden der Bodenarchäologe Dr. Jürgen Kneipp und der Geophysiker Richard Vogt aus Frankfurt beauftragt, das Gelände rund um die historische Kirche nach Schätzen aus der Vergangenheit zu durchleuchten.

„Wir hoffen, vor allem Stücke der Krypta zu finden“, sagt Pfarrer Marco Firnges. Die Grabungen sollen einen Einblick in die mehrere Jahrhunderte zurückliegende Geschichte der romanischen Klosteranlage ermöglichen.

Durchleuchtet wird die Klosteranlage mit einem speziellen Bodenradarverfahren. Dabei geht Vogt mit dem Messgerät Stück für Stück das gesamte Gelände rund um die Klosterkirche ab. Eine Antenne sendet elektromagnetische Wellen in den Boden. Treffen die Wellen auf Grundmauerreste, schlägt das Gerät Alarm, erklärt Vogt.

Da jeder Quadratmeter einzeln durchleuchtet werden muss, nehmen die Messungen viel Zeit in Anspruch. Zwei Tage misst Vogt den Boden.

Die Befunde werden wissenschaftlich ausgewertet und auf einem Plan festgehalten. Mitte August ist dann Spatenstich.

Schüler dürfen graben

In Projektarbeiten durchgraben Schulklassen zusammen mit Experten den Boden. Dabei können sie auf unterschiedlichste Gegenstände treffen. „Es gibt vermutlich viele Knochen, da das Gelände auf einem ehemaligen Friedhof liegt“, schätzt der Archäologe Dr. Jürgen Kneipp, der die Untersuchungen leitet.

Wenn die Grabungen erfolgreich laufen, werden die Ergebnisse Führungen im September zum Tag des offenen Denkmals vorgestellt. Die Finanzierung der Ausgrabungen ist noch nicht ganz geklärt. Deshalb werden weitere Förderer gesucht. Die VR-Bank Schwalm-Eder unterstützt mit 2000 Euro. Weitere 1000 Euro kommen von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Insgesamt liegen die Kosten für das Durchleuchten des Grundstücks und den sich anschließenden Grabungen bei 6000 Euro.

• Kontakt: Förderverein Kloster Spieskappel, Tel. 0 56 84/93 03 86, oder per E-Mail an : pfarramt1.spieskappel-frielendorf@ekkw.de

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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